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Erster Band (1832) A bis E
Entstehung
Seite
318
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Braunschweig

rung sowot als die Landstände werden sich durch den zu erwartenden Landtagsab-schied das so höchst wünschenswerthe allgemeine Vertrauen sichern. Zu jenen An-tragen gehörte dem Vernehmen nach auch ein Gesetz über die Volksbewaffnung,das um so mehr ersehnt ward, da bisher noch nicht einmal die Ertheilung einesvollständigen Reglements für die Bürgergarden zu erzielen war. In dieser wich-tigen Angelegenheit hatte man auf eine unbegreifliche Weise temporisirt, und da-durch vielfältiges Mißtrauen erweckt. Jedenfalls ist es beklagenswerth, daß mandieses wichtige Institut von Seiten der Regierung nirgend mit Eifer unterstützthat, sodaß es in einigen Landstädten fast völlig wieder zu Grunde gegangenist. In den meisten Städten jedoch und vor Allem in Braunschweig undWolfenbüttel hat sich dasselbe, obgleich es fortdauernd rein freiwillig ist, nichtnur aufs schönste erhalten, sondern auch allmälig, obgleich bei Weitem nichtgenügend, immer mehr ausgebildet. Am meisten und erst späterhin haben dieEinschränkungen der Preßfreiheit die Gemüther verletzt. Der erwachende Volks-geist erzeugte bald das Bedürfnis; eines freisinnigen Zeitblattes, und Braun-schweig, das dessen so lange entbehrt hatte, bekam ein solches in der seit dem Sep-tember 1831 erscheinendenDeutschen Nationalzeitung". Auch nahm in dieserZeit die periodische Presse überhaupt auf gleiche Weise, wie es damals in den mei-sten deutschen Landern geschah, einen freiem Aufschwung. Doch als schon gegendas Ende des Jahres 1831 die deutsche Censur wieder in strengerer Gestalt erschien,glaubte man sich den Ansichten des Bundes und einiger Großmächte auch inBraunschweig unterordnen zu müssen; und dieses Land, dessen Name bestimmtschien, vor andern deutschen Ländern groß zu werden durch Freisinnigkeit, sah indem Verbote fremder Blätter eine größere Beschränkung eintreten, als selbst dieBestimmungen des Bundestages foderten.

Jndeß vermochten alle diese Ereignisse nicht, dein Fürsten die Liebe des Vol-kes zu entziehen, und wie sehr diese Stimmung in Braunschweig alle Classen be-herrscht, zeigte sich bei einem Ereignis; der neuesten Zeit. Auf die Nachricht, daßmehre Personen, welche mit dem vertriebenen Fürsten in Verbindung standen,wegen aufrührischer Umtriebe verhaftet seien, beeilten sich die Bewohner Braun-schweigs und vor Allen die Bürgergarde, den Herzog ihrer unveränderten Liebeund Anhänglichkeit zu versichern. Noch ruhet im Dunkel, welche Absichten derunheilsinnende Flüchtling hegte, der, seit er Deutschland wieder verlassen hatte,selbst vom spanischen Hofe, nach kurzem Aufenthalte in Madrid, verwiesen wurdeund jetzt in Nizza lebt; doch redet ein amtlicher Erlaß der Negierung vonden boshaftesten Planen, die freilich, sofern sie sich auf eine Restauration bezogen,niemals gelingen können. Diese Thatsache ist indeß ein neuer Beweis, daß unsereCharakterzeichnung des Herzogs Karl, die sich außerdem durchaus auf Thatsachenstützt, nicht übertreibt, und daß in diesem Gemüthe jedes bessere Gefühl vordem Ge-triebe der selbstsüchtigsten Leidenschaften zu Grunde gegangen ist. Während nundie Braunschweiger von lebhaftem Danke bewegt werden, wenn sie die furchtbareVergangenheit mit der erheiterten Gegenwart vergleichen, finden sie doch Anlaß, diewahren oder vorgeblichen Rücksichten zu beklagen, nach welchen sich ein selbständiger,obgleich seinem Umfange nach kleiner Staat auch in seinem eigensten, innernAngelegenheiten vor der Übermacht der Gewaltigen beugen soll! Wehe über dieMenschen/welche, um sich selbst höher zu stellen,' die Fürsten überreden möchten,die größte Macht der Staaten und die höchste Würde des Regenten beruhe aufstolzer Erhebung des Thrones allein, und nicht, wie es in der That und Wahrheitist, auf der Unterstützung eines kräftigen Volkslebens! Wehe über Diejenigen,welche es versuchen, den'Fürsten mit einer irrigen Vorstellung von dem Geisteeines Volkes zu erfüllen, das gesetzmäßig, treu und verständig, zu denselben In-stitutionen reif ist, die jenes deutsche Land besitzt, dessen Fürst und Volk oen

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