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Erster Band (1832) A bis E
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Bornhauser

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ten gewarnt, als sei sein Leben bedroht, und der Nachtwächter zeigte ihm an, er habe innachtlicher Stunde verdachtige Gestalten vor B/s Schlafzimmer gesehen. Da klopfte !am 2. Jan. 1831 Morgens 4 Uhr Haberle, ein dem Volke als Anwaltund Geldmak- Iler verhaßter, aristokratisch gesinnter Mann, an die Pfarrwohnung in Mazingenwecke B. aus dem Schlafe und legte, von diesem freundlich aufgenommen, einenscharfgeschlissenen Dolch auf den Tisch unter der Äußerung, er sei in Versuchunggewesen, mit diesem Werkzeuge an ihm zum Mörder zu werden. Da Häberle zugleicher Zeit ein Neues Testament aus der Tasche zog, um seine Ansichten vomgöttlichen Rechte der Obrigkeit damit zu beweisen, so wußte B. ihn hinzuhalten,bis seine Gattin und Magd aufgestanden, worauf er den religiös-politischenSchwärmer entließ mit dem Vorsatze, den Vorfall zu verheimlichen. Die Erschei-nung dieses verdachtigen Gastes aber, der überdies viel von einer Verschwörungsprach, die gar leicht an diesem Tage im Rathssaale selbst zu blutigen Auftritten sich,ren könnte, machte B/s Frau so besorgt, daß sie ihn der Sitzung des großen Na-thes nicht anders beiwohnen lassen wollte, als wenn zwei ins Geheimnis einge-weihte Manner darüber wachten, daß weder Haberle noch sonst ein Verdächtigeran seine Seite sich dränge. Dem Umstände, daß diese vermuthlich das auferlegteStillschweigen nicht streng genug beachteten, sind die spätem Austritte zuzuschrei-ben. Zwar ging der 3. Jan. ruhig vorüber, am 4. aber wurde der große Rathplötzlich in seinen Verhandlungen unterbrochen. Dumpfe Gerüchte hatten sich ver-breitet, B. sei ermordet worden. Mehr als 1500 Männer strömten buntdttvaff-net und wuthentbrannt nach Frauenfeld, dem geliebten Tobten eine schreckliche Lci-chenfackel anzuzünden. B. suchte zwar durch seine Gegenwart und durch die Ver-sicherung, er sei nicht angetastet worden, sowie durch offene Briefe die Zürnendenzubeschwichtigen; sie beharrten aber darauf, daß Häberle gefangengesetzt und ver-hört werde, und da dieser, dem es vor der wachsenden Volkswuth bangte, schriftlichdasselbe Begehren aussprach, so geschah es. Am folgenden Tage wiederholte sichdieser Auftritt, weil das Volk zweifelte, daß Häberle, in welchem es nur das Werk-zeug einer größern Verschwörungwrblickte, sicher bewacht, unparteiisch verhört undgerichtet werde. Auch jetzt that B. Alles, um Ausschweifungen zu verhüten, selbstauf die Gefahr hin, die Volkswuth auf sich zu ziehen. Später, als manche Um-stände sich geändert, wurde Häberle vom Verdacht eines Mordversuchs freigespro-chen, und sein Schritt nur für ein polizeiwidriges Benehmen erklärt. Das Volkfand das Urtheil erklärlich, aber in den Acten Manches räthselhast; die amstokratischen Blätter hingegen tadelten bitter, daß B. die Sache nicht ganz ver-schwiegen habe. Brachte der Häberle'sche Handel auf der einen Seite einigenSchatten in das bis jetzt heitere Gemälde der Verfassungsreform, so hatte etauf der andern den Vortheil, daß auf diese nachdrückliche Erklärung des Volkes alleGegenstrebungen der Aristokraten aufhörten. Rasch begann die Verfassung»'commission, von B. geleitet, von Eders Gewandtheit und Erfahrung, von Keller'sconsequenter Freisinnigkeit unterstützt, ihre Arbeiten. Bald war der Entwurf voll-endet. Anerkennung der Volkssouverainetät, Rechtsgleichheit der Bürger, dirccteWahlen des Volkes für den großen Rath, kurze Amtsdauer der Behörden, Tren-nung der Gewalten, Petitionsrecht, Öffentlichkeit, Preßsreiheit, Religisnsduldungfür alle christliche Confessionen, Streben für bessere Volkserhebung — das sind dieHauptgrundlagen, aus welchen diese Verfassung ruht. Wenn sie dieses mehr unsminder mit andern neuen schweizerischen Verfassungen gemein hat, so ist die schatt-Trennung der vollziehenden Behörde von der gesetzgebenden und ein gewisses stre-ben nach inniger Vereinigung in der Schweiz ein Zug, der ihr eigenthümlich ange-hört. Dasselbe gilt auch von dem Ausschuß, den der große Rath in bedenklichenZeiten zu ernennen hat. Die Verfassung wurde, nachdem der große Rath em>^Veränderungen am Entwürfe der Sechzehncrcommisiion vorgenommen hatte, a