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Erster Band (1832) A bis E
Entstehung
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Börne

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die spanischen Waffen, obgleich dieJndianer dieser Gegend bis ans unsere Zeit einenkräftigem Geist bewahrt haben als im Allgemeinen die von Niederperu. Als sichin diesen Gebirgen im Jahre 1780 unter dem Kaziken Kondorkanki, welcher sichZnka Tupac Amaru nannte, die ganze furchtbar gedrückte indianische Bevölkerungerhob, soll beinahe der dritte Theil der weißen und gemischten Bevölkerung Obex-perus vertilgt worden sein, und nur mit der größten Anstrengung gelang es derspanischen Regierung^ sich diesen wichtigen Theil ihrer südamerikanischen Be-sitzungen zu erhalten. Mit dem Beginn der südamerikanischen Revolution, welchebekanntlich aus verschiedenen von einander entfernten Punkten zu gleicher Zeit aus-brach, gehörte Oberperu zu den Gegenden, wo der Geist der Unabhängigkeit am er-sten erwachte. Schon im Jul. 1809 hatte sich zu La Paz eine Junta gobecnativagebildet. Die Ereignisse in Niederperu (s. Peru) hatten aber zur Folge, daßOberperu am spatesten von der spanischen Herrschaft befreit wurde. Erst 1825endigte hier der Freiheitskampf, nachdem das Land durch denselben unendlich ge-litten, durch den Tod des spanischen Generals Olaneta, welcher nach der Capi-tulation des Vicekönigs La Serna den Krieg auf eigne Rechnung fortsetzte, dafüraber durch eine Meuterei seiner eignen Truppen das Leben verlor. Eine im Jul.1825 in der Hauptstadt Chuquisaca zusammengekommene Versammlung spracham 6. August die Unabhängigkeit des Landes aus. Im folgenden Jahre erhieltBolivia eine von Bolivar und seinen Adjutanten entworfene Constitution (<7ockeIlttlivluno) vom 18. Iun. 1820, welche von dem zu Chuquisaca seit dem 25.Mai versammelten Congresse den 25. August beschworen wurde. Dem Grund-satze dieser Verfassung gemäß wurde General Sucre, der große militairische Ver-dienste um die Befreiung Südamerikas hatte, zum lebenslänglichen Präsidentenerwählt. Er nahm die Würde nur auf zwei Jahre an und behielt 2000 Manncolombischer Truppen bei sich. Aber diese Verfassung erregte bald unter demVolke großen Widerwillen; 1828 wurde die Partei Bolivar's, welcher manherrschsüchtige Absichten Schuld gab, gestürzt, die colombischen 2/uppen mußtenBolivia verlassen, und am 3. August wurde durch den Congreß zu Chuquisacader Großmarschall Santa-Cruz zum Präfidenten der Republik erwählt, welcheWürde derselbe seitdem behalten hat. In der letzten Zeit ist Bolivia wieder mZwistigkeiten mit Peru verwickelt gewesen, über welche genügende Nachrichtenfehlen. (29)

Börne (Ludwig), ward 1784 zu Frankfurt am Main geboren, wo seinBater, Jakob Baruch, Banquiergeschäfte trieb. Zu einer wissenschaftlichen Lauf-bahn bestimmt, erhielt er den vorbereitenden Unterricht in der Penfionsanftalt desProfessor Hetzel zu Gießen, nach dessen Abgang zur Universität Dorpat der Sta-tistiker Crome ihn als Pensionnair zu sich nahm. Als Bekenner des mosaischenGlaubens vom Staatsdienste ausgeschlossen, sollte B. sich der Arzneiwissenschaftwidmen. Nachdem er etwa ein Jahr unter den Augen des ausgezeichneten ArztesMarkus Hertz in Berlin studirt hatte, bezog er die Universität Halle, wo er seinewedicinischen Studien fortsetzte. Doch aller, sein Fortschreiten auf der betretenenLaufbahn begünstigenden Umstände ungeachtet, trat B. von derselben wieder ab;sti es, weil er der Medicin überhaupt keinen rechten Geschmack abzugewinnen vev-mochte, oder aber weil sich ihm um diese Zeit (1807) neue Ausfichten in Folgeder politischen Veränderungen darboten, die auch auf die Stellung der Juden, inwehren deutschen Staaten wenigstens, einen bedeutenden Einfluß hatten. B. be-log die Hochschule zu Heidelberg, wo er vornehmlich den Staatswissenschaf-len oblag. Von hier ging er 1808 nach Gießen und setzte daselbst jenes Stu-dium mit ausgezeichnetem Erfolge fort. In seine Vaterstadt Frankfurt zu-rückgekehrt, ward B. von dem damaligen Großherzoge von Frankfurt im Ver-Conv.-Lcr. der neuesten Zeit und Literatur. I. 18