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Erster Band (1832) A bis E
Entstehung
Seite
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Bolivar

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schen der Regierung und den Kriegsanführern, welche die Anwesenheit B.'s noth-wendig machten. Er verließ Lima, nachdem er eine Regentschaft eingesetzt, undtraf im November 1826 in Bogota ein. In kurzer Zeit stellte er die Ruhe wiederher. Er wurde aufs Neue zum Präsidenten und Santander zum Vizepräsidentenerwählt; aber B. richtete eine Adresse an den Präsidenten des Senats, worin erder Präsidentenwürde entsagte, um die Beschuldigungen des Ehrgeizes von sich ab-zuwälzen. Santander aber bat ihn dringend, sein Amt als constitutionneller Prä-sident wieder zu übernehmen, überzeugt, daß die Unruhen im Lande, wenn sienicht durch ihn selbst angeregt waren, augenblicklich unterdrückt sein würden, so-bald er der Sache der Constitution das Ansehen seines Namens und seines persön-lichen Einflusses leihe. B. ließ sich leicht bewegen; aber Mistrauen, Verdacht undEifersucht wurzelten tief in den Gemüthern und hinderten eine Vereinigung. Bunterdrückte die Preßfreiheit und die, von Santander eifrig beförderte Volksbil-dung, stellte die Klosterfchulen wieder her, begünstigte die Mönche, und entließden armen, von ihm nach Colombia zur Einführung von Schulen für den gegen-seitigen Unterricht berufenen Lancaster mit einem falschen Wechsel. Während B.in Colombia seine ehrsüchtigen monarchischen Plane verfolgte, erhoben sich dieFreunde der Freiheit in Peru und Bolivia, und mit Hülfe der colombischen Trup-pen, welche noch in Peru standen, aber Mistrauen gegen die Absichten des Be-freiers faßten und nicht das Werkzeug zur Unterdrückung der Freiheit sein woll-ten, für deren Erringung sie mit Anstrengung gefochten und ihr Blut vergossen,schafften sie die von B. eingeführte Verfassung ab und setzten neue Regierungenein. Die colombischen Truppen kehrten nach ihrer Heimath zurück und stellten sichunter die Befehle der gesetzlichen Regierung. B., der aufs Neue die Präsidenten-würde übernommen und den constitutionnellen Eid geschworen, auch das Vertrauender aus Peru zurückgekehrten Truppen wieder gewonnen hatte, war unablässigbemüht, die Einführung des bolivianischen Grundgesetzes durchzusetzen. Als da-her der Convent zu Ocana, unter Santander's Vorsitz, sich unabhängig behauptete,und B.'s Entwürfe an dessen Muthe zu scheitern drohten, löste er den Conventauf und bemächtigte sich, durch ein organisches Decret vom 27. Aug. 1828, ohneweitere Rücksicht ganz willkürlich der höchsten Gewalt. Er sagt darin ganz unum-wunden: „Colombier, ich rede jetzt nicht mit euch von Freiheit; denn erfülle ichmeine Versprechungen, so werdet ihr mehr als frei, ihr werdet geachtet sein; über-dies weshalb unter einer Dictatur von Freiheit reden? Möge ein Band der Ein-tracht das Volk, welches gehorcht, und Denjenigen, der es als Höchster regiert,aneinanderketten.">. Zum Kaiser fehlte nur noch ein Schritt. Die eifrigsten Re-publikaner verschworen sich gegen das Leben des Dictators; nur ein schneller Ent-schluß, seine Flucht durch das Fenster unter die Brücke eines Flüßchens in derNahe des Regierungspalastes, rettete ihn; seine Garden trieben die Republikanerzurück; Mehre wurden hingerichtet, Andere, unter diesen der edle Santander, mit76 der angesehensten Colombier verbannt. So waren viele Hindernisse, die denmonarchischen Absichten B.'s im Wege standen, weggeräumt; aber Perus Kriegs-erklärung gegen Colombia rief ihn ins Feld, und während er sich an der Grenze be-fand, brach in Venezuela ein Aufstand gegen ihn aus. Der zu Valencia, am 8.April 1829, versammelte Congreß erklärte, so lange Bolivar in Neugranadawalte, sei an eine friedliche Wiedervereinigung beider Länder nicht zu denken. So sagtesich Venezuela von der colombischen Union los und behauptete seine Selbständig-keit. Als ein in Bogota zu Gunsten B.'s, ebenfalls im April, unternomme-ner Aufstand fehlschlug, erklärte dieser dem Congresse durch eine Botschaft, daß erdas Amt eines Präsidenten nicht mehr übernehmen werde. Seine Abdankungwurde von dem Congresse in den verbindlichsten Ausdrücken angenommen, undihm ein Zahrgeld von 80,000 Piastern bewilligt. B. erklärte seinen Entschluß,