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Erster Band (1832) A bis E
Entstehung
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Bolivar

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ren Jahre über Havana und Vera-Cruz nach Europa; er studirte in Madrid dieRechtswissenschaften, da das Amt eines königlichen Regidors bei der Municipali-tät von Caracas in seiner Familie erblich war, und bereiste darauf Frankreich, Ita-lien/ die Schweiz und einen Theil Deutschlands. Längere Zeit weilte er in Paris,wo er Zutritt in den ersten geselligen Kreisen hatte, und alle Vergnügungen genoß,zu welchen er als ein reicher junger Mann viele Auffoderungen fand, wenn erauch nicht das Temperament des Creolen gehabt hatte, dem die Leidenschast fürSpiel und Weiber zur andern Natur geworden ist. Aber in Paris Augenzeugeder letzten Ereignisse der französischen Revolution, soll er auch hier, wie seineFreunde behaupten, den ersten Gedanken zur Befreiung seines Vaterlandes vonder Tyrannei Spaniens gefaßt haben. Nach Madrid zurückgekehrt, verheira-tete er sich, 19 Jahre alt, mit der sechzehnjährigen schönen Tochter des DonBernardo del Toro und verließ 1803 Europa mit seiner Gattin, nach einembeinahe sechsjährigen Aufenthalt. Aber der schnelle Tod seiner Gattin, welcheam gelben Fieber starb, zerstörte das stille hausliche Leben, welches er auf ei-nem seiner Güter in San-Mateo, dem gewöhnlichen Sitze seiner Familie, indem schönen Thale von Aragua an den Ufern des Sees von Valencia führte.Um seinen Kummer zu zerstreuen, ging er zum zweiten Mal nach Europa undhielt sich in Paris gerade zur Zeit der Krönung des Kaisers Napoleon auf, welcherLetztere auf ihn einen sehr riefen Eindruck machte. Aufseiner Heimreise nach Ca-racas 1809 stattete er den Vereinigten Staaten einen kurzen Besuch ab undwurde hier durch das Bild der Freiheit wahrscheinlich in seinem Entschlüsse, seinBaterland vom spanischen Drucke zu erlösen, noch mehr bestärkt; denn als er inVenezuela angekommen war, verband er sich mit den Patrioten, unter welchensein Nesse Ribas, Tobar, Salias, Montilla und Machado die thätigsten waren,und erklärte sich für die Sache der Unabhängigkeit, ohne jedoch anfanglich eineHauptrolle zu übernehmen. Nach dem wirklichen Ausbruche der Revolution in Ca-racas, am 19. April 1810, wurde er von der damals eingesetzten obersten Juntanebst Don Luis Lopez y Mendez mit einer Mission nach London beauftragt, umdie in Venezuela stattgefundene Regierungsveränderung in Großbritannien be-kannt zu machen und die Interessen des jungen Freistaats daselbst zu vertreten.Kaum war B. mit den in England eingekauften Waffen im September 1811nach Caracas zurückgekommen, als er von dem Obergeneral Miranda zum Oberst-lieutenant beim Generalstabe ernannt wurde und an den ersten kriegerischen Tha-ten der Patrioten von Venezuela Theil nahm. Nach dem Erdbeben im März1812 sing der Krieg mit den spanischen Truppen unter Monteverde ernstlich an,und die Vertheidigung der wichtigen Hafenfestung Puerto Cabello wurde B. an-vertraut. Unglücklicherweise mußte er aber in Folge einer Meuterei der spanischenKriegsgefangenen, welche sich des Forts San-Felipe bemächtigten, diesen Orträumen, was viel dazu beitrug, daß Miranda sich ergeben mußte und ganz Vene-zuela von Monteverde wieder unterworfen wurde. Unter den Patrioten, welchenach dieser Katastrophe auf der, von den Engländern besetzten Insel Caracas Zufluchtsuchten, befand sich auch B.; aber schon im September 1812 begab er sichmit Ribas nach Cartagena, welches bereits seine Unabhängigkeit von Spanienerklart hatte, und trat in die Dienste der Jndependenten von Neugranada. Hierentwickelte sich zuerst sein Feldherrntalent; unzufrieden mit dem untergeordnetenCommando der kleinen Stadt Barranca, an 5er Hauptmündung des Magdale-nenstromes, unternahm er mit einer kleinen Schar, welche ihm aus Caracas ge-folgt war, auf eigne Hand einen Angriff auf Tenerife, das er eroberte, ver-trieb darauf die Spanier aus allen ihren Posten am Magdalenenflusse, undzog triumphirend unter dem Jubel des Volkes in Ocana ein. Mit gleichem Glückeverjagte er, von der Negierung von Cartagena und Bogota, deren Blicke er durch