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Erster Band (1832) A bis E
Entstehung
Seite
237
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Berlins Kunstsammlunge»

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in Prag und der neuerdings durch Dorow und Magnus in Rom gemachten Er-werbungen so vollständig und so reich an Prachtexemplaren, daß man selbst inNeapel und Rom nichts findet, das hier fehlte. Mehre der hier vorhandenen Vasenwurden an Ort und Stelle, in Neapel und Rom, auf 5 — 9000 Scudi ge-schätzt, und da für die Koller'sche Sammlung 200,000 Thaler, für die Dorow'schegegen 15,000 Thaler bezahlt wurden, und bereits eine Sammlung von 20,000Thalern an Werth vorhanden war, so mag dies hinreichen, um den Umfang derganzen Sammlung anzudeuten, deren geordnete Aufstellung nebst einem Kata-lvge das Publicum von der Hand des Professors Levezow erwartet. — DieSammlung antiker geschnittener Steine erhielt ihre Grundlage durch das vonFriedrich II. angekaufte Cabinct des Baron von Stosch, über welches Kenner undFreunde der Archäologie sich am vollständigsten durch den von Winckelmann verfer-tigten Katalog, der neuerdings wieder einen geschickten Bearbeiter gefunden hat,unterrichten können. — Die Sammlung antiker und moderner Münzen,die gegen 200,000 Stück zählt und einen Werth von mehr als einer Millionhat, wurde früher in der Kunstkammer im königlichen Schlosse aufbewahrt. Essteht zu erwarten, daß von dieser Sammlung recht bald ein Verzeichniß zur öf-fentlichen Kunde kommen, und dieses reiche Eabinet den Kennern und Freundender Münzwissenschaft zugänglicher gemacht werde, als es seither der Fall war. —Die Sammlung antiker Bronzen, die ebenfalls in den untern Räumen des Mu-seums aufgestellt ist, kann zwar nicht mit ähnlichen Sammlungen in Neapel undRom verglichen werden, wo sich in dem ergiebigen Boden täglich neue Fundgru-ben eröffnen; es sind aber nicht nur an kleinern Bildwerken vortreffliche Arbeitenvorhanden, sondern man ist auch neuerdings darauf bedacht gewesen, die Samm-lung antiker Waffenstücke, Haus- und Handwerksgeräthe so viel möglich zuvervollständigen. Antike Mosaik, Wandgemälde und Glasgefäße findet manebenfalls in diesen Zimmern aufgestellt. — Die Sammlung der Majoliken istaus dem Nachlasse des preußischen Consuls Barth oldy (s. d.) erworben wor-den, und gibt eine genaue Übersicht dieser Töpferkunst, für welche selbst RafaelZeichnungen zu entwerfen nicht verschmähte.

Unter den Kunstsammlungen in den königlichen Schlössern, nennen wir zuerstdie Kunstkammer. Sie umfaßt drei Abtheilungen: ») das Museum vaterlän-discher und historischer Merkwürdigkeiten, worin sich Waffen, Kleidungsstücke,Orden, Scepter, Marschallsstäbe u. s. w. von berühmten Männern, namentlichvon Friedrich dem Großen und Napoleon, befinden; b) das Museum von neuernKunstarbeiten in Gold, Silber, Bronze, Elfenbein, Bernstein; c) das ethno-graphische Museum, welches Kunstwerke, Waffen, Kleidungen, Jagd-, Fischerei-und Handwerksgeräth der Südseeinsulaner, Chinesen, Hindu, amerikanischer undafrikanischer Völkerschaften besitzt. Der Nachlaß von Cook und Forster, die Bei-träge von Alexander von Humboldt, Ehrenberg, v. Olfers, Lichtenstein, Hoss-mannsegg, Deppe u. A., sowie die Expeditionen der preußischen Seehandlungs-societät nach Canton und den Sandwichinseln haben in neuerer Zeit diese Samm-lung sehr bereichert. — Die Bildergalerie, die sich gleichfalls im königlichen Schlossebefindet, hat zwar die werthvollern Stücke an das Museum abgegeben, besitzt abernoch vorzügliche ältere und neuere Gemälde, und unter den letzten ist Bona-parte's Übergang über den St.-Bernhard von David besonders auszuzeichnen. —In dem Palais, welches der König bewohnt steht man eine Sammlung von Bil-dern, welche nach und nach durch Ankäufe auf den Kunstausstellungen zu Berlingebildet worden ist und uns über den gegenwartigen Zustand der Kunst, insbesondereüber die Leistungen der vorzüglichsten Maler Deutschlands, vollständig unterrich-tet. Ein anderer Saale dieses Palais enthält eine Sammlung von Copien derberühmtesten Bilder Rafael's. — In dem Gebäude der Akademie der Künste