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Berlins Kunstsammlungen
Wouvermann, Melchior Hondekoeter, Johann Weenix reich zu nennen ist. DieBlumenstöcke von de Heem, Huysum und Seghers, sowie die Architekturbildervon Johann de Vries, Heinrich von Steenwyk und van Bressen verdienen eben-falls ehrenvolle Erwähnung. Von den niederländischen Genremalcrn besitzt dieGalerie nicht so unübertrefflich schöne Arbeiten, als die dresdner zieren, allein nochimmer ist genug vorhanden, um Meister wie Gerard Dow, Gerard Terburg,Mieris, Slingeland, Metzu, Netscher, Ostade, Schalken, van der Neer, van derWerff kennen zu lernen, und was die Bauerscenen (Bambocciaden) betrifft, so ha-ben die beiden Teniers, Adrian von Ostade und Johann Steen die Sammlung sehrreichlich versorgt. Ein erst kürzlich erworbener, ausgezeichnet schöner Kopf einesalten Mannes von dem Deutschen Denner hat sich in die Abtheilung der nieder-landischen Genrebilder verirrt.
Die antiken Bildhauerwerke sind in den schönsten Räumen des Museumsaufgestellt. Wir treten in eine prächtige Rotonda, eine kühne Nachbildung desPantheons zu Rom, von 72 Fuß Höhe und 67 Fuß im untern Durchmesser.Diese hochgewölbte Halle erhält ihr Licht, in gleicher Weise wie das Pantheon,durch eine Öffnung der Kuppel von 23 Fuß im Durchmesser, nur mit dem Unter-schiede, daß hier, wo man nicht wie in Rom auf einen beständig heitern Himmeltrauen darf, die Öffnung durch ein Glasfenster geschlossen ist. Innerhalb der Ro-tonda läuft in gleicher Höhe mit dem Fußboden eine Galerie, von welcher man in dieGemäldesammlung treten kann. Die Wölbung ist, vielleicht etwas zu grell, mit gel-ben Figuren auf rothem Grunde ausgemalt. Achtzehn kolossale Götterstatuen,fast sammtlich vom ersten Range, sind hier aufgestellt. Besonders verdienen eineJuno, ein Äskulap, ein Jupiter und eine Ceres Beachtung. Sehr lobenswert!)ist es, daß auf die Restauration sämmtlicher Statuen viel Fleiß und große Kostenverwendet wurden, und die Namen Rauch und Tieck bürgen dafür, daß uns nicht,wie es in vielen Museen und namentlich in dem dresdner der Fall ist, schöneBruchstücke griechischer Skulptur durch moderne Pfuscherei verleidet werden. Aufder obern Galerie der Rotonda befinden sich 18 kleine Statuen in Nischen,von welchen jedoch die meisten bei vorkommender Gelegenheit durch andere ersetztwerden dürften. Aus der Rotonda tritt man in den langen Hauptsaal von 204Fuß Länge und 30 Fuß Breite, mit 20 Säulen von rothem Stuckgranit. DieserSaal enthält 148 Nummern, unter welchen wir nur auf einen von Friedrich Ii.für 10,000 Thaler gekauften, unter Clemens IX. in der Tiber gefundenen Knabenvon Bronze und auf die, vordem unter dem Namen: Gruppe des Lykomedes,bekannten Statuen mehrer Musen, insbesondere auf eine Polyhymnia, die schönsteGewandftatue, die aus dem Alterthume auf uns gekommen sein dürfte, aufmerk-sam machen. Aus diesem Saale tritt man in einen kleinern, wo mit der Aufstel-lung der Büsten berühmter Griechen der Ansang gemacht worden ist. Bei der Sel-tenheit solcher Büsten kann man diese Sammlung schon reich nennen, da wir hiervortrefflichen Büsten des Sophokles, Tenophon, Herodot, Themistokles, Sokrates,Perikles, Demosthenes und mehrer Andern, deren Namen noch nicht ausgemitteltsind, begegnen. In dem Saale, der sich an den langen Saal zur Linken anschließt,stehen größtenteils römische Bildnisse und Bildnißstatuen, sodaß von den ausge-zeichneten Kaisern Roms kein bedeutender Kopf vermißt wird. Einen überraschen-den Eindruck macht es, daß man hier dem Julius Cäsar gegenüber in gleich kolossa-ler Größe eine von Chaudet in Paris gearbeitete Marmorstatue Napoleons erblickstwelcher auf ausdrücklichen Befehl des Königs diese Stelle angewiesen worden ifl.In einem vierten Saale stehen Büsten und Bildwerke verschiedener Art. Auchder neuern Kunst hat man hier Zutritt gestattet, indem eine Hebe Canova's mder Mitte dieses Saals aufgestellt wurde. — Die Sammlung antiker Vasen,welche das Museum besitzt/ ist durch den Ankauf der Sammlung des Grafen Koller