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Erster Band (1832) A bis E
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Berlins Kunstsammlungen

führung noch ein guter Theil erhalten blieb. So erwarb nach des Herzogs Tode(1752) Friedrich der Große diese Bilder und schmückte damit seine Galerie zuSanssouci, wo sie die Bewunderung Napoleons so sehrauf sich zogen, daß er sienach Paris entführte. Mit den andern geraubten Kunstschätzen kehrten auch dieseBilder, vortrefflich ergänzt, nach Potsdam zurück und haben nun eine bleibendeStelle in dem Museum gefunden. — Die Toscaner bilden die dritte Unterab-theilung, welche die Künstler aus Siena, Bologna, Rom und die Schulen desmittlem Italiens enthalt. Da man Florenz als die Wiege der neuern Kunst zubetrachten hat, so werden wir hier zuvörderst auf die ersten Anfänge zurückge-wiesen. Wir finden hier Bilder von Giotto, Taddeo Gaddi, Spinello Aretino,Taddeo Bartolo, Giovanni da Fiesole, Cosimo Roselli, Filippo Lippi, Dome-nico Ghirlandajo. Das Museum besitzt noch eine große Anzahl Bilder dervorrafaelischen Zeit; da jedoch dergleichen roUa anticn (alter Plunder), wie dieItaliener solche Bilder zu nennen pflegen, nur den Kunsthistoriker, keineswegsaber ein Publicum interessiren, welches die Bildergalerie zur Unterhaltung undBildung des guten Geschmacks besucht, so hat die Direction aus den Bildern derältesten Zeit, sowol verdeutschen als der italienischen Schulen, eine besondere Ab-theilung gebildet, welche in zwei Nebenzimmer verwiesen worden ist, wo dieFreundeder alten Malerei sie gern aufsuchen. Von Pietro Perugino's eigner Hand sind nurkleinere Arbeiten vorhanden, doch besitzt die Galerie alte Copien größerer Bilder, dienoch unter seiner Aufsicht gemacht wurden. Von seinen Schülern lernt man hierals einen ausgezeichneten Meister und Nebenbuhler Rafael's den Pinturicchio ken-nen, von dem ein großes Galeriestück und mehre kleinere Bilder vorhanden sind.Von ihm selbst, dem „göttlichen Jüngling von Urbino", wie er schon in früherJugend genannt wurde, besitzt die Galerie die unter dem Namen UnUoimn llelkOolouun schon längst durch Kupferstiche berühmte Maria mit dem Christus-kinde auf dem Arme. Das Bild gehörte der Familie Colonna in Rom und wurdeerst kürzlich von dem Könige von Preußen für 10,000 Thaler gekauft. Obgleichdieses Bild (2 Fuß 5^ Z. hoch und 1 F. 9? Z. breit) zu den kleinem BildernRafael's gehört, so ist es doch von so genialer Auffassung und Ausführung, daß esuns den ganzen Meister kennen lehrt. Die Echtheit einiger für JugendarbeitenRafael's ausgegebenen Bilder ist von Kunstkennern, namentlich von Hirt, in Zwei-fel gezogen worden. Von den großen Zeitgenossen Rafael s sind die vortrefflichstenWerke von Bartolomeo di San-Marco, von Bagnacavallo, Giulio Romano,Innocenzio da Jmola, Benvenuto Garofalo, Dosso Dossi u. A., vorhanden; ein-zig aber in ihrer Art sind die Bilder, welche die Galerie von den Brüdern Francia,namentlich von Francesco besitzt, und wie man Correggio nur auf der Galerie zuDresden, so lernt man Francia nur auf der Galerie zu Berlin kennen. — Unterdem nicht ganz passenden Namen: Die Nachahmer, sind in der vierten Unter-abtheilung der italienischen Maler diejenigen Meister zusammengestellt worden,welche aus Rafael's, Michel Angelo's und Francia's Schulen hervorgingen.Man findet unter ihnen außerordentliche Bilder von Giacomo Francia, vonGeorg Pens, Sodoma, Sebastian del Piombo, Ludovico Mazolino und andernvortrefflichen Meistern. — Die fünfte Abtheilung bilden die Carracci undihre Nachfolger. Durch den Ankauf der Galerie Giustiniani ist für dichSchule und dieses Zeitalter eine höchst interessante Sammlung entstanden, «udem wir von Ludovico und Annibale Carracci, von Michel Angelo da Caravaggit,von Spagnoletto, Guido Rem, Domenichino, Albani, Carlo Dolce, Sassofmrato die vollendetsten und ausgewähltesten Werke aufgestellt finden. —> Audidie Bezeichnung: Die Akademiker, wie die sechste Unterabtheilung genannt wichist sehr schwankend und unbestimmt, indem schon in den frühem Perioden Aka-demien bestanden. Hier werden Nicolas Poussin, Gerard Lairesse, Angelica Kau -

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