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Erster Band (1832) A bis E
Entstehung
Seite
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Baumgarten-Crufius (Detlev Karl Wilh.)

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erwählt. Im Verein mit tüchtigen Männern trug er das Seinige dazu bei, wis-senschaftliches Leben, Ordnung, Zucht und Fleiß in dieser Anstalt herzustellen, dienach einigen Iahren zu den besten des Vaterlandes gezahlt wurde und diese Stel-lung fortwahrend behauptet. Außer der amtlichen Thätigkeit bestimmte sich seinliterarischer Fleiß ein zwiefaches Ziel. Er ging von dem Grundsatze auS, daß allesgelehrte Treiben auf grammatischer und historischer Gründlichkeit beruhe, seinenWerth jedoch erst im öffentlichen Leben durch redlichen Bürgersinn finden könne.Die Befriedigung der Seele bei allen äußern Bestrebungen suchte er in demChristenthum, doch nicht in dem Christenthum, das in dieser oder jenerkirchlichen Form befangen ist, sondern in dem reinen unverfälschten, wie esm dem Evangelium ausgesprochen, für Geist und Herz allein gesunde, le-bendige Nahrung bringt. So, meinte er, könnte man am sichersten dieVorwürfe vermeiden, die den einseitigen Sprachgelehrten, den ungründlichenÄsthetiker, den starren Rechtgläubigen, und den schwärmerischen Gefühlsmen-schen treffen. In Dresden vollendete er die beiden Ausgaben des Suetonius; danngab er (1822 24) Homer's Odyssee mit Auszügen aus Eustachius undden übrigen griechischen Erklärern heraus, bearbeitete Schulausgaben des Eutro-pius, Livius und Ovidius, nahm thätigen Antheil an derLeipziger Literaturzei-tung" und denJahrbüchern für Philologie", in welchen von ihm eine Übersichtder neuesten Homerischen Literatur erschien. Seine Ansichten vom bürgerlichen undchristlichen Leben entwickelte er in verschiedenen Darstellungen:Die unsichtbareKirche" (Leipzig 1816),Reise aus dem Herzen in das Herz" (Dresden 1818),Reise auf der Post von Dresden nach Leipzig" (Dresden 1819), undLicht undSchatten" (Dresden 1821). Für die Freunde und Verehrer seines 1816 verstor-benen Vaters zunächst gab er dessen Leben im Jahre 1818 heraus. In dieHisto-rische Taschenbibliothek" lieferte er (1826) die Geschichte der Schweiz und gabeine Zeitlang mit Philippi den dresdnerLiterarischen Mercur" heraus. Die Be-wegungen der Zeit durch Bekehrer und Verketzerer bewogen ihn, aus Papieren, dieer aus Paris erhielt, dieBittschrift des Douglas Loveday an die Kammer der Pairswegen heimlicher Verführung feiner Familie zum Übertritt in die römisch-katholischeKirche, nebst Erläuterungen und einem freimüthigen Wort über Proselytenmacherei"(Dresden 1822) herauszugeben. Er machte während dieser Zeit Ausflüge in alleTheile Deutschlands und der Schweiz, und als ihm einmal ein zweimonatlicher Ur-laub vergönnt wurde, eilte er nach Frankreich, um in Lyon und Paris die Überresteder alten Zeit und das Treiben der neuen genauer zu betrachten. Der mangelhafteZustand des sächsischen Schulwesens und die ungünstigen Urtheile Derer, welche ta-deln, ohne zu dem Bessern die Hand zu bieten, veranlaßten ihn, 1824Briese überErziehung und Bildung in Gelehrtenschulen" herauszugeben. Er wendete darin un-gegründete Vorwürfe ab, trug aber zugleich auf durchgreifende Reformen an. Seitdieser Zeit wurde er von einer damals mächtigen Partei für einen Misvergnügtengehalten; daß er dennoch ein Freund der gesetzmäßigen Ordnung sei, bewies erbei dem Ausbruche der Unruhen in Dresden im September 1830, als er die er-wachsenen Schüler der Hauptstadt um sich versammelte, damit sie, unter seinerAufsicht vereinigt, zu Erhaltung der Ordnung mitwirkten, so lange es nöthig war,und sobald als möglich zu ihrem Berufe zurückkehren könnten. Das Vertrauenseiner Mitbürger wählte ihn zu einem der Communrepräsentanten, und in diesemVereine suchte er die Freimüthigkeit, die sein Beruf verlangte, mit strenger Ge-setzlichkeit zu verbinden; vorzüglich trug er auf Verbesserung des städtischen Schul-wesens an. Das Ergebniß der angestellten Nachforschungen und Vorschläge machteer bekannt durch die Schrift:Über das Schulwesen der Stadt Dresden. Dar-stellung des gegenwärtigen Zustandes und Wünsche für die Zukunft" (Dresden1831). So offenbart sich in seinem Wirken der feste Grundsatz, daß der deutsche