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dieses Jahrhunderts säcularisirten Stiftungen und Klöster bedeutende Einkünfteund aufdem neuesten Budget ist jahrlich über 1 Mill. für Ecziehungs- und Bil-dungsanstalten ausgesetzt. Es fehlt weder an guten Lehrern noch an den nöthigenHülfsinstituten. Die Studienordnungen, früher allzu sehr beschrankend, geben nunden wissenschaftlichen Übungen die gebührende Freiheit. Auch an Gymnasien, Lr-ceen, Seminarien, Schulen zur Bildung von Wundärzten, Hebammen und Thier- B
ärzten, Anstalten für Blinde und Taubstumme, Unterrichts- und Erziehungsanstal- -ten für Madchen hat Baiern keinen Mangel, und an Privatunternehmungen dieserArt fehlt es noch weniger. Indessen scheint das Bestreben der Regierung, diese An-stalten auf den höchstmöglichen Grad von Vollkommenheit zu bringen, noch nicht amZiele, obgleich seit einigen Jahren eine Schulordnung und ein Schulplan nach demandern bekannt gemacht, nach sehr kurzer Dauer und kaum begonnener Vollziehungaber wieder abgeändert oder ganz zurückgenommen und durch einen andern ersetzt wird.Die bedenklichen Folgen dieses Schwankens sind nicht zu verkennen und schwächendas öffentliche Vertrauen in die Maßregeln der Regierung und in die Schulanstal-ten selbst. Als eine für unsere Zeiten merkwürdige Erscheinung mag die vor dreiJahren erfolgte Trennung des Gymnasiums zu Augsburg in eine protestantischeund katholische Lehranstalt betrachtet werden. Anderwärts besteht jedoch diesesseltsame Schisma zur Zeit noch nicht. Die vorherrschende Neigung der Regierung, Ädas Unterrichtsfach in die Hände von Geistlichen zu legen, findet die allgemeine BM'Billigung um so weniger, als man früher bei entgegengesetztem Verfahren zufrie-dener war. Für Stipendien haben die Vorfahren reichlich gesorgt, und auch in MiW»neuern Zeiten sind Stiftungen zu diesem Zwecke nicht selten. Sogar ausschlie- Michadßend für Adelige ist vor nicht langer Zeit aus den Adelstaxen eine Stipendienquelle M G«eröffnet worden. Eine allgemeine Übersicht dieses wichtigen Punktes ist nochzu erwarten. Die Volksschulen, d. h. Elementarschulen, sind, obgleich auch da-für besonders durch Lehrerseminarien schon viel geleistet worden, doch noch ihrerVervollständigung näher zu bringen. Der Mangel an Mitteln ist, wie fast in denmeisten Ländern, so auch in Baiern, das Haupthinderniß, diesem Bedürfniste zugenügen; daher haben auch die Stände unlängst die Schuldotation um 244,000 Fl.jährlich erhöht. Über den Nutzen der Klosterschulen, mit welchen man die Wie-derherstellung der Klöster unter andern zu rechtfertigen sucht, ist die öffentliche Mei-nung sehr getheilt. Der religiöse Cultus ist in allen seinen Theilen und Ver-zweigungen vollständig eingerichtet. Es bestehen für den katholischen Cultus zweiErzbisthümer und sechs Bisthümer mit den gebräuchlichen Attributen der Digni-tarien, Pröpste, Dechanten, Stiftsherren, Vicarien, Pönitentiariern, Rächen unddergl., deren Gehalte die Summe von 334,000 Fl. jährlich betragen. Außerdemhat die Staatscasse jährlich an katholische Kirchen und Pfarreien 620,000, andie Säculargeistlichkeit 56,000, an die bischöflichen Seminarien 16,000 und andie Klöster 5600 Fl. zu bezahlen. Die Unterhaltung des katholischen Klerus kostetüberhaupt dem Lande jährlich 1 Million. Nach dem Concordate sollen zwar dieEinkünfte der Bisthümer und Erzbisthümer aus den ihnen zur eignen Verwal-tung anzuweisenden Gütern und Fonds fließen: bis jetzt ist aber diese Anord-nung noch unvollzogen, und die hohe Geistlichkeit scheint selbst nicht darauf zu drin-gen. Für den protestantischen Cultus besteht ein Oberconsistorium, drei Provin-zialconsistorien, eine Anzahl Dechanate, Pfarreien, ein Predigerseminarium, einePfarrwitwencassc :c.; nach dem letzten Budget ist dafür die Summe von 289,000Fl.jährlich bewilligt. Die Totalausgabe für den Cultus beträgt 1,341,000 Fl., wovonnicht viel über ein Fünftel dem protestantischen Cultus zufällt, obgleich die Prote-stanten ein Drittel der Gesammteinwohner ausmachen; diese Kosten, aufsämmt-liche Staatsbürger gleichheitlich vertheilt, würden auf je 100 Köpfe 28 Fl. geben.Die Unterordnung des protestantischen Oberconsistoriums unter das Ministerium