!36 Australien
nach S. streichen, deren oft schaudervolle Abgründe die Bekanntwerdung des Innern > iSbedeutend erschwert; der Küstenrand ist sandig, zum Theil mit aufgeschwemmtemBoden, im S. und W. arm an Quellen, fast ohne alles frische Wasser. Neuholland !-ist von zwei Inselreihcn umgeben, die sichtbar in einigem Ausammenhange mit ein-ander stehen. Die innere zunächst dem Festlande, und wie dieses nur der Südhemi- ' :sphäre angehörig, beginnt mit der großen Insel Neuguinea, die sich zunächst an denAequator drängt, schließt sich dann an Neubritannien, Neuirland, an den Salomons-und De la Cruz-Archipel, die neuen Hebriden, Neucaledonia, und endigt sich mitNeuseeland als Schlußstein. Die äußere Reihe zieht sich auf beiden Seiten desÄquators um die innere Reihe meist parallel hin, nur im W. weit höher nach Asienaufsteigend, im O. sich mehr Amerika nähernd. Da wo Japans Inselgruppe Boninaufhört, beginnt sie mit den Marianen, setzt in den Carolinen, den Asien nähernPelewinseln, und der Mulgravekette über den Gleicher hinweg die Verbindungmit den Schiffer-, Fidschi- und Tonga-Inseln fort, und schließt mit dem, in mehreGruppen getheilten Georgsarchipel. Die Vereinigung zwischen beiden Jnselreihenbildet der Kermandee-Archipel. Ganz von denselben abgeschnitten, hoch im NO.,breitet sich die Gruppe der Sandwichseilande aus, Australiens entferntestes Außen-werß. Wahrscheinlich war in der Urzeit der ganze Raum, der jetzt zwischen der in-nern Reihe und dem Festlande liegt, Land, das eine spätere Feuer- oder Wasser-revolution verschlang, und auf eine Verbindung eines ehemaligen Continents, vonwelchem diese Inseln vielleicht nur Trümmer sind, mit dem südlichen Asien scheintauch die Ähnlichkeit der organischen Natur hinzudeuten. Der Australozean —das größte aller Weltmeere — umfaßt nach Gauß's Berechnung 2,834,000^M., mithin ein Viertel der ganzen Erdoberfläche, verdient aber den ihm vonMagelhaens beigelegten Namen des stillen Meeres keineswegs. Ein der Tro-penregion desselben eigenthümliches Phänomen ist das Leuchten seiner Gewässer.
Hier flimmert und glänzt sein Spiegel wie Silberstoss, dort breiten sich seine Wo-gen in ungeheure Flächen von Schwefel und entzündetem Pech aus; zuweilengleicht der Ozean einem Milchmeere, zuweilen sieht es einem langen beweglichenund hin- und herwogenden Lichtstreifen ähnlich, dessen Enden sich im äußerstenHorizont verlieren. Die Ursache dieser Erscheinungen sind Mollusken und weicheAoophyten. Eine Gattung mikroskopischer Schalthiere von rother Farbe bringtjene Blutmeere hervor, die einige Seefahrer beobachtet haben, und in den Meerenvon Neuguinea und dem Festlande hat man Staubmeere gesehen, die von denEiern gewisser Seethiere, welche einem grauen Staube ähneln, ihre Farbe erhalten.Meerengen gibt es in diesem aus so vielartigen Ländermassen bestehenden Erd-theile sehr viele, besonders in den verschiedenen Jnselarchipelen. Die vornehm-sten darunter sind: die Torresstraße zwischen dem Festlande und Neuguinea, dieBaßstraße, welche Vandiemensinsel vom Australcontinente trennt, die Dampiers-straße zwischen Neuguinea und Neubritannia, die Cooksstraße zwischen den bei-den Hälften von Neuseeland. Kein Meer ist so reich an Vulkanen als der Au-stralozean: Tana, wo Cook 1774 bei der Entdeckung der Insel den Gipfel imAusbruche sah; Ambrim, im O. von Malicolo; Tinnakora, wo Carteret 1767Dampf, und Wilson 1797 Flammen hervorbrechen sah; Sesarga des Mendanaauf der südwestlichen Spitze von Guadalcanal, nach Shorland höher als der Pikauf Teneriffa; Wawani auf Amboina; Chonnung-Api auf Banda; Tomboroauf^umbava, der 1815 einen großen Ausbruch hatte, wo die Staubwolken gegenNO. über 40 Meilen bis Makassar, und gegen NW. bis Benkulen auf Suma-tra geworfen, und das Gekrache an 200 Meilen weit gehört wurde; Pik auf Kom-bock; Karang-Asam auf Bali; eine ganze Kette feuerspeiender Berge in der Mitteder Insel Java. Die Kette der Philippinen und Molukken besteht aus lauter Vul-kanen ; auf Neubritannien und Neuguinea haben Dampier 1700 und Labillar-