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Angely
Anglesey
Angely (Louis), in Berlin geboren und erzogen, von der französischen Co-lonie, bildete sich als Schauspieler meist in den russisch-deutschen Städten. Von derPetersburger Bühne kam er zu dem neuerrichteten königsstädtischen Theater in Ber-lin, waltete lange Zeit über dasselbe als Regisseur, bevölkerte es mit seinen Vaude-villes und verließ die Bühne 1830, um einem von ihm errichteten Gasthof inBerlin vorzustehen, der durch A.'s Sprachkenntnisse und Bekanntschaft im Aus-lande in Aufnahme gekommen ist. Als Schauspieler konnte er selten der dauern-den Gunst eines Publicums sich rühmen. Wiewol aus einer bessern altern Schule,verdarb er durch Outriren. Seine kleine Gestalt, die sich dadurch nicht erhöhen ließ,untersagte ihm viele Fächer. Seine Thätigkeit als Regisseur wird gerühmt. AlsBühnendichter bezeichnet sein Name eine Epoche des deutschen Theaters, aber einedes Verfalls. An Übersetzerschnelligkcit alle seine Vorgänger übertreffend, bürgerteer, durch unterlegte populaire Melodien sie gefällig machend, die gehaltlosesten Klei-nigkeiten der pariser Theater auf den deutschen ein. Eine Zeitlang wimmelte esvon Angelyffchen Vaudevilles auf unfern Theatern mehr als ehedem von Kotzebue'-schen Lustspielen. Diese Epoche ist nun, seit er aufgehört hat Regisseur zu sein, auchschon vorüber, ohne einer bessern Platz gemacht zu haben. Der Versuch, eine ber-liner Volksbühne zu gründen, muß als ganz gescheitert betrachtet werden. Dasmeiste Verdienst hat sein „Fest der Handwerker". Seine Vaudevilles sind auch ge-druckt in zwei Bänden erschienen (Berlin 1828—30). (9)
Anglesey (Henry William Paget, Marquis von), Statthalter in Irland,geb. 17. Mai 1763, ist der älteste Sohn des Obersten Grafen von Uxbridge, dersich im amerikanischen Kriege auszeichnete und ein persönlicher Freund Georgs III.war. Nachdem er in Oxford sich ausgebildet und das Festland besucht hatte, warber zu Anfange der französischen Revolution ein Regiment Fußvolk, dessen Oberst erward, und machte seinen ersten Feldzug in Flandern unter dem Herzog von Uork.Später erhielt er den Befehl über eine Reiterabtheilung, die zu Ipswich in Be-satzung lag, und er ließ es sich so eifrig angelegen sein, seine Leute einzuüben, daß dieReiterei, die auf der pyrenäischen Halbinsel unter seiner Anführung kämpfte, sichgroßen Ruhm erwarb, und der Name Lord Paget, den er damals führte, glänzt aufallen Blättern der Geschichte jenes ereignißvollen Krieges. Er deckte den unglück-lichen Rückzug des Generals Moore mit großer Tapferkeit gegen den überlegenen,heftig verfolgenden Feind, und zeichnete sich ebenso sehr in dem Gefechte bei Bena-vente aus, wo der General Lefebvre-Desnouettes, der die kaiserliche Garde befeh-ligte, gefangen wurde. Nach dem Tode seines Vaters 1812 erbte er den Titel Grafvon Uxbridge. In der Schlacht bei Waterloo führte er die Reiterei an, aber als derKampf schon entschieden und der Feind in vollem Rückzüge war, verlor er durch eineStückkugel ein Bein. Er ward in England ehrenvoll aufgenommen, erhielt den Ti-tel Marquis von Anglesey und empfing den einstimmigen Dank der Vertreter des bri-tischen Volks. Später ward er Oberbefehlshaber der Artillerie und Mitglied desMinisteriums unter Eanning. Im März 1828, unter Goderich's Verwaltung, warder Statthalter in Irland. Bei den Verhandlungen über die Emancipation der Ka-tholiken hatte er sich den Gegnern derselben angeschlossen und wurde daher beiseiner Ankunft in Dublin nicht günstig aufgenommen; er lernte aber bald einsehen,daß nur durch die Befriedigung der Ansprüche der Katholiken die Ruhe des Landesgesichert werden konnte. Nach dieser Überzeugung führte er die Verwaltung. Er ver-schaffte den Gesetzen Gehorsam, er besänftigte die Erbitterung der Parteien und er-warb sich allgemeine Gunst. Seine Bemühungen waren besonders auf die Verbes-
serung des Zustandes der arbeitenden Volksclasse gerichtet; der Handel des Landes
Recolonisirung Colombias (?) vorbereiten wolle. — Noch erwähnen wir, daß einRibeiro d'Ä ndrada im Mai 133 l von der brasilischen Regentschaft zum Ge-sandten am britischen Hofe ernannt worden ist.
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