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Erster Band (1832) A bis E
Entstehung
Seite
76
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70 Nnmon (Fnedr. Aug. v. — Friedr. Wilh. Phil, v.)

her sein Vorgänger Lord Macartney, wieder in England an. Daß man die Schwie-rigkeiten, welche den Zweck der Sendung vereitelt hatten, richtig zu würdigen wuß-te, beweist seine bald darauf erfolgte Anstellung als Generalgouverneur von Ostin-dien. Dieses, durch die von der ostindischen Compagnie eingeführten Beschrän-kungen höchst schwierige Amt verwaltete er zur großen Zufriedenheit des damaligenMinisteriums, obgleich Viele, sowol in England als in Ostindien, ihn einer zu großenStrenge beschuldigten. Als diese Anklage einst zu Canning's Ohren gelangte, sagteer: „Daß Lord Amherst ein Tyrann geworden sei, erscheint mir ebenso unglaublich,als wenn mir Jemand sagte, sein Aufenthalt in Indien habe ihn zum Tiger umge-wandelt." Als Lord Bentink 1828 zu seinem Nachfolger ernannt wurde, kehrte A.nach England zurück, wo er seitdem als Kammerherr bei Hofe angestellt ist. (129Ammon (Friedrich August von), Professor der theoretischen Heilkundeund Director der poliklinischen Anstalt an der chirurgisch-medicinischen Akademie,und Arzt am Blindeninstitute zu Dresden, geb. 10. Sept. 1799 in Göttingen,wo sein Vater, der Oberhofprediger und geheime Kirchenrath Christoph Friedrichvon Ammon (s. Bd. 1), als Professor der Theologie und Consistorialrath ange-stellt war. Er erhielt seine Bildung auf dem Gymnasium zu Erlangen, und nachfeines Vaters Anstellung in Sachsen in Schulpsorte. 1818 besuchte er die Uni-versität Leipzig und 1819 Göttingen, wo 1820 seine Schrift über den krankhaftenSchlaf den akademischen Preis gewann, und er im folgenden Jahre die medicinischeDoctorwürde erwarb. In den Iahren 1821 und 1822 lebte er in Paris undbereiste das südliche Deutschland. Eine Frucht seiner Reisebeobachtungen war diezu Leipzig (1823) erschienene „Parallele der deutschen und französischen Chirurgie".Er ließ sich darauf (1822) in Dresden nieder. Seine Anstellung als Arzt amBlindeninstitute (1824)' gab ihm vielfaltige Gelegenheit, seine ausgezeichnete Ge-schicklichkeit in der Behandlung von Augenkrankheiten zrk bethatigen, und die Jah-resberichte jener trefflichen Anstalt, deren Beschreibung er versprochen hat, gebenZeugniß von seiner glücklichen Wirksamkeit. Die mit seiner Lehrstelle verbundeneLeitung der umfassenden poliklinischen Anstalt vermehrte (seit 1828) seine arztlicheThatigkeit. Außer den obengenannten Schriften, einigen kleinern in deutscher undlateinischer Sprache und Beitragen zu Grase's, Ruft's und Hufeland's Zeitschrif-ten, zu Ruft's „Handbuch der Chirurgie" und der in Berlin erscheinenden medici-nischen Encyklopadie, schrieb er eine mit großem Beifalle aufgenommene „Brun-nendiatetik"(2te Aufl., Dresden 1828), eine „Anleitung zur Behandlung der Cho-lera" (Dresden 1831), die in einem Zeiträume von drei Monaten vier Auflagenerlebte, und eine „IRarinscopoeÄ untiebolericu" (Leipzig 1832), und arbeitetjetzt an einer pathologischen Anatomie des menschlichen Auges und einer Ent-wicklungsgeschichte des Auges der Menschen und Thiers. Seit 1830 gibt er eine„Zeitschrift für Ophthalmologie" heraus, die werthvolle Beitrage ausgezeichneter Au-genarzte enthalt. Mehre seiner Schriften sind ins Französische, Englische und Pol-nische übersetzt worden. — Friedrich Wilhelm Philipp v. A., Doctor derTheologie und Philosophie, Professor der Theologie zu Erlangen, Stadtpredigeran der Hauptkirche daselbst und Decan, des Vorigen Bruder, ward 7. Febr. 1791zu Erlangen geboren, erhielt seine Schulbildung zu Göttingen, und studirte spaterin Erlangen und Jena Theologie. Er wurde hierauf 1813 Schloßprediger zuButtenheim bei Bamberg, später Prediger zu Merzbach, und 1820 Archidiaconuszu Erlangen, wo er spater Professor der Theologie und zum Decan ernannt wurde.Bon Jugend auf mehr der Praxis als der Theorie zugewendet, in einer praktischenLaufbahn gebildet, stiftet er großen praktischen Nutzen durch seine Vorlesungen,die sich vorzüglich über Homiletik, Pastoraltheologie und Moral zu verbreiten pfle-gen. Zugleich leitet er das homiletische und katechetische Seminar. Ein fester Cha-rakter, ein ruhiger prüfender Sinn hat ihn in einer Zeit und an einem Orte, wo