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Amerika
gen unbeweglich im trockenen Letten, bis sie durch den Regen wieder ins Leben ge-rufen werden. Kein anderer Erdtheil zählt unter seinen Thieren den Alcos (wil-den Hund), das Llama, den Guauaco, die Vicuna (aus dem Geschlechte derSchafe), noch den Tajassu, Tapir, Jaguar, Vampir oder Alligator. An ofsicinellenHeilpflanzen, sowie an Tischler- und Farbehölzern dürste ihm auch keine Gegendder alten Welt gleichkommen.
Am verschiedenartigsten und eigenthümlichsten zeigt sich jedoch der Mensch,obwol er nur zwei Hauptraffen bildet. Die eine machen die Völker des äu- ^ßersten Nordens aus, die man gewöhnlich mit dem Gesammtnamen Eskimobezeichnet, zu welchen man auch die Pescherähs des Feuerlandes rechnen kann,ein schwacher Volkshausen, der noch auf der untersten Stufe der Bildung steht,mit dem unverkennbaren Gepräge der rauhen Natur, die sie umgibt, und die inder kalten Zone alle edlern Kräfte niederdrückt. Den zweiten Hauptstamm bil-den die Indianer, die eigentlichen Ureinwohner Amerikas, von schöner Muskel-bildung, mit schlichtem, straffem Haare, außerordentlicher Abplattung des Stirn-beins, hervorragenden Backenknochen, gebogener Nase, langgespaltenen Augen undbreitem, aber nicht flachem Gesichte. Die Hautfarbe geht, je nach dem Erdgürtel,unter welchem sie wohnen, von dem Rostgelben in das Ziegelrothe oder von demZimmtbraunen in das Kupferfarbige über. Nach Vater („Untersuchungen überAmerikas Bevölkerung aus dem alten Continente", Leipzig 1810), und DauxionLavaysse ist es wahrscheinlich, daß die Mehrzahl in der ältesten Zeit von Asien auseingewandert sei, zu der mongolischen Rasse gehöre und unter verändertem Klimaund bei veränderter Lebensweise sich nach und nach so ausgebildet habe, wie wir siejetzt sehen. Seit Colombo sind eine Menge europäischer Fremdlinge aus den verschie-denartigsten Nationen eingewandert, als: Spanier, Portugiesen, Briten, Schweizer,Deutsche, Niederländer, Dänen, Schweden und Russen. Selbst der Jude ist einhei-misch geworden. Außer diesen freiwilligen Einwanderern hat der verruchteste Gold-durst eine Unzahl afrikanischer Sklaven mit Gewalt aufAmerikas Fluren verpflanzt.Bei einer Gesammtbevölkerung von 35 Millionen nehmen die Eingeborenen kaumdie Hälfte dieser Zahl ein, die andere Hälfte besteht aus Eingewanderten. Die An-zahl der Sklaven allein und der in Amerika geborenen Neger, mit Inbegriff der Mu-latten u. s. w., wird auf 5,500,000 angegeben. Im Verhältniß zu der geringenBevölkerung eines so Ungeheuern Continents ist indeß die Menge der Sprachen au-ßerordentlich groß. Der Spanier Francesco Lopez nimmt deren 1500 an-, Alexan-der von Humboldt aber hat diese verschiedenen Idiome, worunter das Aztekischeoder Mexikanische, das Peruanische und Caraibische die verbreitetsten sind, auf zweiStammsprachen, die toltekische und apalachische, zurückgeführt. Die EingeborenenSüdamerikas, oder die freien Indianer, welche selbst Christen lange Zeit nicht fürwirkliche Menschen ansehen wollten, — wie mußte nicht der fromme Bischofvon Chiapa, der edelmüthige Las Casas, Spott und Verfolgung dafür erdulden, daser es gewagt hat, diesen Beweis zu führen! — sind die Schepewyans, aus derSüdseite des Sklavensees; Hundsribbenindianer nördlich desselben; Kupferindia-ner am Kupferminenflusse ; Zänkerindianer an der Mündung des Mackenzie; Hasen-indianec am Mackenzie, südlich der Zänkerindianer; Nathanaindianer, an demselbenFluß, im S. der Obigen; Binnenindianer, auf der Oftküfte des Mackenzie, südlichder Nathanaindianer; Biberindianer, im N. des Sklavensees; Strong-Bow-Zn-dianer, auf der Westküste des Mackenzie; Bergindianer in dem Felsengebirge; Nord-indianer bis zum Churchill herab; Knistinos, ein zwischen den Mountain?und dem Winnipegsee wohnender Volksstamm; Blutindianer am obern Nelson;schwarzfüßige Indianer zwischen dem Nelson- und Rothhirschflusse; Fallindianeram Maria und obern Missuri; Kottonahowes^m den Quellen des Askow; Schip-peways in der Gegend des Obersee, zu denen man rechnet: die Krihs (Crees),
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