Algier
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schlössen scheint, in die Hände eines Mannes gekommen ist, der Festigkeit hinlänglichmit Sanftmut!) und Milde zu verbinden weiß, um Diejenigen zu gewinnen, die manerst in langer Zeit durch die Gewalt der Waffen gänzlich unterworfen hätte." Gene-ral Clauzel's Verwaltung hatte den doppelten Zweck, die Provinzen, welche zu Al-gier gehörten, theils im Gehorsam zu erhalten, theils vollends zu unterwerfen, so-dann aber auch den Anbau des Landes und den Handel durch die Aufnahme von' 'reuropäischen Ansiedlern zu befördern. In dieser Hinsicht wurde eine Musterwirth-schaft zur Bebauung von 1000 Hectaren Landes gegründet, welche die richtigenGrundsätze des Landbaues verbreiten sollte; denn die alte Bevölkerung verstandnicht einmal die Kunst des Düngens. Die Franzosen singen nun an, die Bergebene
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des Kaiserforts anzubauen, wo Baumwolle und Indigo gedeihen; ein Acker Land
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wurde den Ansiedlern für 27 Francs verkauft. Dieden Handel des Landes waren bisher Algier, Oran, Bona und Buga; diedrei letztgenannten Häfen mußten aber erst noch von den Franzosen besetzt wer-den. In Oran (mit 20,000 Einwohnern), das Spanien 1791 an den Deyvon Algier zurückgegeben hatte, waren vorzüglich Spanier im Besitze des Han-dels geblieben. Bona mit 8000 Einw. (in der Nähe der Ruinen von IIPpore^ins) und Bugia (Boujejah, auf den Trümmern der alten Stadt Saldä erbaut,40 Stunden östlich von Algier) gehörten zu der noch nicht unterworfenen ProvinzEonstantine, deren Hauptort gleiches Namens 20 Tagemarsche von Algier ent-fernt ist. Auf dieser langen Strecke findet man weder Städte noch Dörfer; manmuß alle Bedürfnisse mir sich nehmen. Die Wege führen auf Fußpfaden über steileGebirge durch Völkerschaften, die selbst unter derRegentschaft unabhängig gebliebensind. Die Basis einer Expedition dahin konnte also nicht Algier sein, sondern nurBona oder Stora. Es wurde daher das Beylick von Bona in Besitz genommen;auch unternahm General Clauzel einen Zug in die südliche Provinz Titteri, wo erden Atlas überstieg und die Truppen des Bey am 21. Nov. 1830 schlug. Am 22.Nov. wurde Medial).(das alte Lamida) besetzt, und der Bey unterwarf sich am 23.Allein die Unterwerfung des Volks war nur scheinbar. Der Rückmarsch kosteteBlut, und das französische Expeditionsheer verlor 102 an Todten und zählte 300Verwundete. Der Bey von Titteri ward nach Frankreich geschickt, wo er am Endedes Jahres zu Marseille ankam. Die französische Regierung bewilligte ihm einJahrgeld von 12,000 Fr., und er durfte sich eine beliebige Stadt in Frankreich, nurnicht Paris, zu seinem Aufenthalte wählen. Auch der Bey von Oran ward abgesetztund nach Alexandrien geschickt. Unterdessen entbrannte der kleine Krieg aufs Neue.Mediah wurde geräumt; Oran gab man auf, und es hieß, nur Algier sollte besetztbleiben. Für Marseille jedoch war Algier ein Nationalehrenpunkt. Die Sicher-heit und die Blüte unsers mittaglichen Handels, sagte man in Frankreich laut,hängt von der neuen Colonie ab, die uns so nahe ist und so viel Absatzwege eröffnet.Mittels der Eilpost und der Dampfschiffahrt konnte man von Paris binnen sechsbis sieben Tagen in Algier ankommen. In dem „smiriuck ckes Uebats" (8. Jan.1831) ward sogar der Wunsch ausgesprochen, Algier in eine europäische Colonie zuverwandeln. „Es werde ein Freihafen und sobald als möglich ein unabhängigerStaat! Ein Asyl für politische Verbannte, für den Ehrgeiz, die Unruhe und dieNoch der Europäer! Ein Zeitalter der Revolutionen braucht Eolonien."
General Elauzel bildete jetzt im Lande selbst ein Corps irregulärer Truppenvon Arabern (Zuaves). Er wollte die Provinzen Eonstantine und Oran tribut-pflichtigen Fürsten anvertrauen, und ernannte dazu zwei tunesische Fürsten. Alleinsein Verfahren erschien der Regierung zu eigenmächtig. Sie erklarte (im Febr. 1831)den von ihm mit dem Bey von Tunis am 18. Dec. 1830 geschlossenen Vertragfür nichtig, weil der General nicht mit gehöriger Vollmacht versehen gewesen sei,weil er die Frage über die staatsrechtliche Behauptung der Regentschast von Algier