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Erster Band (1832) A bis E
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Ägypten

ronisirt (Marquis), und mit allen möglichen Ehren ausgestattet, hat er für diebittere Verfolgung seiner Stammgenossen in der pyrenäischen Halbinsel in seinerPerson Genugthuung erhalten. Dennoch gelang es ihm nicht, eine einigermaßenzufriedenstellende Anerkennung der Cortesbons, die er wünschte, zu bewirken. Ge-haßt von den Liberalen und Apostolischen, war er die Geldseele der gemäßigten oderministeriellen Royallsten, an deren Spitze Ballesteros steht, und hielt sich zu diesenund durch diese sich selbst für fest. Man schlug ihm den, Ungeheuern Gewinn verspre-chenden Canalbau von Castilien als Entreprise zu, und er ging nach Madrid,sich im Glänze seiner Herrlichkeit zu sonnen. Allein sie mußte verbleichen vor demspanischen Grandenstolz; nur die Finanziers fanden sich bei ihm ein; und dies, dieSchwierigkeiten der neuen Unternehmung oder die Vorstellung, daß er genugvon Spanien habe, bewogen ihn 1830, die Agentur niederzulegen. A.ist ein Mann von ungefähr 50 Iahren, und von L0 Mill. Francs. SeinePersönlichkeit ist in Paris, wo er sich angesiedelt hat, weniger beliebt als seinNeichthum. Diesen zu charakterisiren, erzählt man folgende Anekdote: Jemandkommt von einem der größten pariser Banquiers zu ihm und ist noch ganz vollvon den Ungeheuern Portefeuilles mit Wechseln und Staatspapieren, die ihm der-selbe gezeigt.Die Portefeuilles habe ich nicht", entgegnet A.,aber ich will Ih-nen etwas Anderes zeigen." Er öffnet seine Brieftasche, in der nur ein kleiner Zet-tel liegt; aber auf dem Zettel bekennt jener Banquier 10 Millionen Francs vonA. leihweise bis zum nächsten Tage empfangen zu haben. (9)

^Ägypten. Die wichtigen Umwandlungen, die seit einigen Iahrzehenden indem Nillande, einer der ältesten Wiegen der Cultur unsers Geschlechts, sich bilden,sind jetzt zu einer umfassenden Übersicht und zu einer Darstellung nach ihren Grund-lagen und Ergebnissen reifer geworden. Wenn auch nur ein Zehntheil der Saataufgeht und Früchte trägt, die jetzt dort ausgestreut wird, so werden die Folgenzunächst für Nordafrikas Eultur, das seit Jahrhunderten unter der Fluchherrschastbildungstindlicher Barbaren stand, nicht zu berechnen sein. Ägypten war immertiefer gesunken, seit es (151'7) der Osmanenherrschaft unterworfen wurde, und derSchauplatz innerer Kriege der mächtigen Mamluckenhäupter, welche, durch einge-führte Sklaven von den Gestaden des schwarzen und kaspischen Meeres verstärkt,oft mit glücklichem Erfolge gegen die türkische Obergewalt kämpften. Die vorüber-gehende Herrschaft der Franzosen (17981801) war in ihren Folgen von ent-scheidender Wichtigkeit für Ägyptens Schicksale. Hatte schon die, durch SultanSelim III. versuchte Umbildung des Heerwesens einen tiefen Eindruck auf das Ge-müth manches verständigen Türken gemacht, so mußten besonders in Ägypten dieKriegsunternehmungen der Franzosen u. Engländer dazu beitragen, die Vorzüge deseuropäischen Kriegswesens je dem Einsichtsvollen klar zu machen. Mohammed(Mehmed) Ali (s. Bd. 7) legte in jener Zeit den Grund zu seiner Macht und seinemGlücke, indem er sich durch seine Tapferkeit in dem Kampfe gegen die Franzosen undspäter gegen die unruhigen Mamlucken den Kriegsruhm erwarb, der es ihm möglichmachte, seine Herrschaft zu befestigen. Als er fünf Jahre nach seiner Ernennungzum Statthalter, mehr durch grausame List als durch Gewalt, die unruhigen Mam-lucken (1811) aus dem Wege geräumt hatte und sich im ruhigen Besitze des Lan-des sah, war sein eifrigstes Streben dahin gerichtet, die Erfahrungen zu benutzen,die ihm gezeigt hatten, welche Vortheile Kriegszucht und Kriegskunst gegen die un-geordneten scharen asiatischer Kriegsvölker gewähren. Zu einer richtigen Würdi-gung der durch Mohammed Ali bewirkten Umwandlungen muß man nicht ver-gessen, daß sie aus dem Bedürfniß einer Umbildung des Kriegswesens hervorgegan-gen sind, und daß dieses Bedürfniß durch die Notwendigkeit erzeugt wurde, die er-langte Herrschaft gegen offene und geheime Feinde zu schützen. Die Handelsverbin-dungen, welche der Pascha, schon in seinen jüngern Iahren an kaufmännische Un-

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