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Adlersparre
Sohnes führte. Sie erzog Ihre Kinder sehr einfach und widmete ihrer sittlichen undgeistigen Ausbildung die größte Sorgfalt. Prinzessin A. war von Kindheit auf ru-higen und stillen Charakters und wendete fast ihre ganze Zeit darauf, sich zu unter»tichten; im trautern Kreise war sie jedoch stets heiter und lebendig. In reiferm Al-ter entwickelte sich ihre Abneigung gegen Prunk und Thorhcitcn der großen WeltNoch entschiedener, und sie zeigte besonders den größten Widerwillen gegen sittlicheErschlaffung und Irreligiosität, welche eine Zeitlang an manchen deutschen HöfenEingang gefunden hatten. Der kleine Hof von Meiningen nahm Napoleons Auf-merksamkeit nicht sehr in Anspruch, daher die Herzogin-Regentin im stillen Kreiseder Ihrigen fortleben und sich der Verwaltung des Landes und der Erziehung ihrerKinder ungestört weihen konnte. Die Regentin und ihre Töchter fanden eingroßes Vergnügen darin, Schulen für die Niedern Volksclafsen zu errichten undzu beaufsichtigen, sowie der Noch der Armen der Stadt und des Landes zu steuern.Adelaide war die Seele jeder Einrichtung, welche die Verbesserung der Lage ihrerMitmenschen zum Zweck hatte. Die Aufmerksamkeit der Königin Charlotte, Ge-mahlin Georgs III., war lange auf diese edle Familie gerichtet; sie schlug, als maneine Vermahlung ihres dritten Sohnes, des Herzogs von Clarence, zweckmäßig er-achtete, die noch unverheirathete Tochter des Hauses Meiningen vor. Der Herzogvon Clarence hörte von allen Seiten die Bestätigung Dessen, was seine Mutter zumLobe der Prinzessin gesagt hatte, hielt um ihre Hand an und empfing eine günstigeAntwort. Da der Prinz verhindert war, nach Deutschland zu kommen, wurde diePrinzessin mit ihrer Mutter nach England eingeladen, und die Vermählung fandam 11. Iul. 1818 in Kew statt. Die Neuvermählten gingen bald nach Hanover,wo sie bis zum Frühling 1819 blieben. Durch eine Frühgeburt geschwächt, ging siemit ihrem Gemahle nach Meiningen, wo sie mit unbeschreiblichem Jubel empfan-gen ward und sechs Wochen verweilte. Im Bade Liebenstein fand sie ihre Gesundheitwieder. Gegen Ende Oktobers 1819 reiste sie mit ihrem Gemahl nach England zu-rück. In Dünkirchen erfolgt abermals eine Frühgeburt, welche der Gesundheit derHerzogin von Neuem gefährlich wurde. Von Walmer-Castle bei Deal, wo die lang-sam Genesende sechs Wochen der gesunden Seeluft wegen geweilt hatte, begab siesich nach London, wo sie den Winter zubrachte. Bald nachher gebar sie eine Toch-ter, die auf den ausdrücklichen Wunsch des verstorbenen Königs in der Taufe denallen Engländern so theuren Namen Elisabeth erhielt, aber schon nach drei Monatenplötzlich starb. Später hatte die Herzogin eine neue Fehlgeburt und gab seitdem keineHoffnung zu einem Erben. Sie lebte mit ihrem Gemahl gewöhnlich auf dem rei-zenden Landsitze Bushy-Park unweit London. Seit dem 26. Jun. 1830, wo derHerzog von Clarence den englischen Thron bestieg, ist die Herzogin Königin vonEngland, und wurde 1831 mit ihrem Gemahle gekrönt. Das streng Geregelte undEinfache ihres Privatlebens darf man dem englischen Adel als Muster vorhalten;ihre Menschenfreundlichkeit, ihre Wohlthätigkeit wird allgemein bewundert, und dieinnige Liebe zu ihren Gemahle von diefem auf das herzlichste erwidert. Das Ge-rücht, daß sie ihren Einfluß auf den König zum Nachtheil der Reformbill zu be-nutzen gesucht habe, fand zwar in England um so leichter Eingang, da ihr erste«Hofbeamter, der seitdem entlassene Graf Howe, im Oberhause für die Verwerfungstimmte, scheint aber von den Gegnern der Maßregel verbreitet worden zu sein. (5)
Ad lersparre (Georg), geb. 1760 in der Provinz Jemtland, wo sein schon1757 geadelter Vater lebte, der Oberstlieutenant war. Nachdem er in Upsala seineStudien vollendet hatte, trat er 1775 als Corporal seine kriegerische Laufbahn anund diente seit 1788 im russischen Kriege. Er wurde 1790 Ritter des Schwert-ordens und ging im folgenden Jahre nach Norwegen, wie man glaubt, mit dem ge-heimen Auftrage des Königs, die Norweger zum Aufstande gegen ihre Regierungaufzureizen. Dieser Anschlag mislang völlig. Nach Gustavs III. Tode verließ er als
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