( 86z )
§. 871. Hypparch und ptolemeus rechnen die Ta-gesstunden von Mitternacht an, daher man glaubt, daßdies zu ihrer Zeit der Gebrauch zu Nbm und in Aegyptenwar. Gegenwärtig fangen fast alle europaische Völker denTag von Mitternacht an. Man zahlt im bürgerlichen Le-ben von Mitternacht bls zum folgenden Mittage die ersten12 Tagesstunden, und fangt von da wieder an nochmals12 Stunden bis zur nächsten Mitternacht zst rechnen. Dieerstem heißen dann Morgen- und die andern Abendstun-den. Die Astronomen hingegen fangen den Tag von, Mit-tage an, oder von dem Augenblick, da die Sonne ihrentaglichen höchsten Stand am Himmel erreicht *), und zah-len bis zum folgenden Mittage 24 Stunden in einem fort;daher kommen die astronomischen Stunden mit denbürgerlichen in den Nachmittags- oder Abendstundenüberein; hingegen bey den Vormittag- oder Morgen-stunden findet sich ein Unterschied von 12 Stunden. Z. B°den dritten Januar Morgens um 5 Uhr bürgerlicher Rech-nung ist nach astronomischer Zeit den 2ten Januar 17Stunden.
§. 872. Die heutigen Araber fangen ihren Tag, svwie ehemals die Umbri, gleichfalls vom Mittage an. Diealten Babylonier, Perser:c. rechneten ihre Tagesstundenvom Aufgange der Sonne an, Und zahlten gleichfalls 24Stunden in einem fort. Diese babylonischen Stunden sind
*) Für diese Zeit wirb auch gewvnlich in den astronomischen Jahr-buchs«» der Ort der Sonne und aller davon abhängenden Unststände „des Laufs derselben angesetzt,