Druckschrift 
2 (1793)
Seite
814
Einzelbild herunterladen
 

( 8'4 )

MMer feyn mag, so ist es docb gefahrlich, die Wohlfahrtder Seefahrer einer solchen, schon auf den, festen Lande, ge»schweige denn auf einem Schiff, mancherlei) Zufällen unter-worfene!» Maschine gänzlich and allein anzuvertrauen, zu-mal, da deren geringste tagliche Abweichung auf langenSeereisen einen sich anhäufenden schädlichen Irrthum zuwe-ge bringen kann. Denn gesetzt, die Uhr wiche, wegen dervon Wind und Wellen erregten beständigen Schwankungendes Schiffs, und wegen der so sehr ungleichen Temperaturder Luft, unter verschiedenen Himmelsstrichen, nach 24Stunden nur um 6 Secunden von der richtigen MittlernSonnenzelt ab, so wurde der Fehler nach einer Reise von zMonaten, s Minuten austragen, und 2^ Grad Unrichtig-keit in Bestimmung der Lange hervorbringen. Man ist des-wegen wieder auf andere Vorschläge zurückgekommen, diesuch schon vorhin zum Theil bekannt und im Gebrauch wa-ren ").

§. 82Z. Da man anjetzt mehr wie jemals den Laufder Himmelskörper genau kennt, so bieten die astrono-mischen Jahrbücher oder Ephemeriden, welche die jahrlichenHimmelsbegebenheiten umständlich im voraus berechnet ent-halten, mannigfaltige Gelegenheit zur Erfindung der Mee-kesiänge dar. Bey einigen wird blos der auf der See be-obachtete Zeitunterschied der Erscheinung derselben, gerade-hin die Entfernung des Schiffs von dem bekannten Meri-dian, für welchen diese Ephemeriden berechnet worden, an-

S Hassencamp kurze Geschichte der Bemühungen, dieMeereZlgnge tu finden, ste Ausgabe. Lemgo 1774«