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3 (1836)
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Wahrend des ersten Monates nach ihrer Aufnahmefind in der Regel alle, auch die noch ganz ungcbesser-rcn, fleißig, bescheiden, allen Vorschriften äußerlich ge-horsam, angeblich nach Unterricht begehrend, und vollDanksagung für die bessere Lage, in welche sie sich ver-setzt sehen. Das Gefängniß und alle damit verbundenenäußern bittern Folgen ihrer L-ünden stehen ihnen nochin zu frischem Gedächtniß, als daß sie sich nicht für denAugenblick gern den Bestimmungen einer Anstalt, wiedas Asyl, fügen sollten, welche ihnen für jetzt ein freieresund angenehmeres Verhältniß darbietet, und sie in Zu-kunft vor dem erlittenen Elende will schützen helfen.

Indeß schon im zweiten Monate verlieren sich beiden ohne Sinnesverandcrung Gebliebenen allmahlig dieSpuren ihrer guten Vorsätze. Ihr Besserungseutschlußwar nur aus sinnlichen Eindrücken, aus Angst vor demerlittenen irdischen Weh entsprungen, nicht aus einergründlichen Erkenntniß der Große ihrer sittlichen Schuldund ihres inneren Verderbens, nicht aus ernster Trau-rigkeit über ihren schändlichen Undank gegen Gott.

Sie sind darum sehr schnell wieder mit sich zufrie-den, schreiben die kurze äußere Umwandlung ihres Be-tragens einer innern Umkehr zu, und meinen jetzt schoneine viel bessere Lage zu verdienen, als das Asyl gewährt.Nun ist ihnen weder die Kost noch die Kleidung mehrgut genug, die gelinde, aber stetige Zucht wird' ihnenunerträglich, sie klagen, es hier schlimmer zu haben, alsim Zuchthause und dürsten nach der alten, zügellosenFreiheit. Alle Ermahnungen und Warnungen sind ver-geblich, und wenn schon unsere Geduld alsdann nochviele Versuche mit ihnen anstellt, ob sie nicht zur Er-kenntniß ihres wahren Wohls kommen möchten, so sehenwir meistens im dritten Monate die Aussichten dazu sosehr verschwinden, daß wenigstens das Asyl die Rcttungo-arbeit an ihnen aufgeben muß.

Für solche ist denn auch der Aufenthalt von 3 Mo-naten in der Anstalt in der Regel nicht zu kurz, um dieerforderliche Prüfung mit ihnen anzustellen.

An 3 der Pfleglinge haben wir diese traurige Erfah-rung im letzten Jahre wieder gemacht.

Vorzüglich schmerzlich war uns dieselbe an einemtalentvollen' 17jahrigcn Zigeunermadchen, welche wir auseinem westphälischen Gefängnisse überkommen hatten.