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Architektonisch-historische Berichtigungen und Zusätze zu der Klein'schen Rheinreise
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zuverlässige» Ermittelungen etwa fünf Millionen Thaler fürdie Vollendung des ganzen d. h. nebst den beiden Thürmen,betragen. Diese im Laufe weniger Jahre oder eines Regen-tenaltcrS aufzubringen, erlauben die unglücklichen Verhältnisseunserer Zeit allerdings nicht, ja eine solche Ausgabe wurdebei dem Andrang so viel anderer dringenderer Bedürfnisse einesträfliche Verschwendung genannt zu werden verdienen. Washindert uns dagegen, auf der Bahn fortzuwandeln, die unsereVoreltern betraten? Auch sie waren, als sie den Bau began-nen, dessen Plan gleich einer andern Minerva aus dein Kopfeines älter» Schinkel, gleich in herrlichster Rüstung heraus-gesprungen, gewiß nicht so unwissend oder unklug, um zuwähne», daß sie hoffen dürften, sich dessen Vollendung zu er-freue». ES verdient daher vielleicht diese Pietät der Begrün-der und das Riesenhafte der Conccption des Baues gleicheBewunderung; haben nun ihre Nachkommen in einer wild be-wegten, und wenn auch kräftigen, doch rohen Zeit währendbeinahe 400 Jahre» sich dennoch fortwährend bemüht, das ersteBauwerk aller Zeiten und Völker nach Kräften zu fördern,so ziemt es sich gewiß unserer Zeit, dasselbe zu thun. Obdas Ziel früher oder später erreicht, das vor so» Jahren Be-gonnene in r>o oder Ivo Jahren vollendet werde, bleibt fürdie Sache selbst ziemlich gleichgültig^). Den letzte» Terminangenommen, handelt eS sich also von einer jährlichen Verwen-dung von üvovo Thalern, eine Summe, deren Aufbringungzur Ehre und Verherrlichung Gottes einer Provinz, die Ervor so viele» gesegnet, um so weniger schwer fallen durfte,als sie hierbei gewiß auf die Unterstützung einer Regierung

*)Große Bauwerke sind ihrer Natur nach nur in längerer Zeit zuvollenden. Die ersten Unternehmer müssen daher immer auf dieBeharrlichkeit und Ausdauer ihrer Nachfolger rechnen. Hat dasWerk seine Bestimmung behalten, und ist also noch im Reich desLebenden, so scheint es selbst stillschweigende Uebereinkunft der Ge-nerationen zu fodern, das Angefangene zu fördern, das Unvollen-dete zu vollenden, damit Großes und Herrliches nicht als Bruch-stück dastehe."

Moller.