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Aomcrsdork S. IS9. Eine ältere Kirche, 1210 geweiht,wird in dem grausamen Kriegs zwischen Erzbischof Balduinnnd dcni Grafen von Isenburg nni lZ47 verbrannt; letzte-rer muß, Ersatz leisten, es wird eine neue Kirche gebaut nndderen Chor istüi eingeweiht. Der mit einem Theil des Kreuz-gangs noch vorhandene Kapitelsaal gehört zu unfern schön-sten Monumenten. Zwei seiner sechs Säulen^) bestehen ausGranitz die verzierten Gewölberippen sowie die Strebepfeilerbeweisen, daß er zu den Gebäuden gehört, welche der AbtBruno von BrannSberg um I2ll> hier erbaute. Bei demVerkauf der Klostergebände wurde seine Erhaltung dem An-käufer zu Bedingung gemacht.
') Boisserse giebt in seinen Denkmälern des Niedcrrheins Taf.NVIII, Abbildungen und zugleich nachstehende Erläuterungen überden eigentlichen Gebrauch desselben! „Das Kapitelhaus cder derKapitelsaal war derjenige Theil der Kloster- cder Stiftsgebäude,welcher nach der Kirche die würdigste Bestimmung hatte. Hierversammelten sich in den Klöstern täglich die Mönche nach demMorgengottesdienst unter dem Borsitz des Abtes oder Priors. Eswurden die Lebensgeschichte des Heiligen des Tages, und ein Ka-pitel aus der Ordensregel vorgetragen l daher der Name Kapitel-saal); auch wurde der auf den Tag bezügliche Theil der Jahr-bücher gelesen, worin die verstorbenen Ordensbrüder, die Wohl-thäter und Beschützer verzeichnet waren; bei allem diesem sprachman passende Gebete. Hierauf folgte die Rüge und Bestrafungder Vergehen, die öffentlich stattgefunden hatten, oder deren dieBrüder sich selbst anklagten; zuletzt kam die Vcrthcilung der Ar-beiten und Geschäfte, sowie die Berathung der Klosterangelegcn-heiten, oder bei eintretendem Fall die Aufnahme von Novizen unddie Wahl eines Abtes oder Priors." Dieser Bestimmung des Ka-pitelsaals gemäß erbaute man denselben stets mit besonderem Auf-wand; man errichtete ihn gewöhnlich in der Nähe der Kirche ander Ostseite des Kreuzganges. In seinem Innern brachte manrund herum Bänke und an der Mittlern Wand einen ausgezeich-neten Sitz für den Abt oder Prior, bei-den Stiften für den Probstoder Dechanten an, auch schmückte man den Saal mit Gemälden,und stellte ein Kreuz und ein Lesepult darin auf.
"j Schreiber in seiner gedachten Nheinreise S. 331 giebt sie fürrömisch, räth dringend, sie auszubrechen, und bei den römischenMonumenten, einigem alten Fundamentmauerwerk, zu Bieberoder Engers aufzustellen, also den Capitclsaal einzustürzen unddie Säulen zu vergraben!
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