460
an das Stift St. Castor, verkauft dasselbe jedoch zwischen1570— 1374 in Folge der Tridentinischen Kirchenbeschlüsse.Im 16. Jahrhundert gab es in der Stadt, ohne die geistlichenGebäude 674 Häuser, worunter nur 22 von zwei Haushal-tungen, aber 101 von Wiltwen bewohnt waren, in Weiß 63,in Lützelkoblenz 70, in Neuendorf 29. — Im Jahr 16Z2 wirdKoblenz von den Schweden besetzt, und an die Franzosen über-geben, 1636 von der Kaiserlich-Bairischen Armee belagert, überdie Hälfte aller Hänser zerstört, (schon im Kriege zwischen K.Philipp und Otto war die Stadt verbrannt (1199), so wie200 Häuser darin 1397 durch einen Ritter von Ehrcnburg),darauf übergeben und auf alle Weise mißhandelt bis 1666. —Erzbischof Karl Kaspar erweitert hieraus die Firmungstraße,nachdem er schon 1663 eine Schiffbrücke über den Rhein errich-tet hatte. Im Jahr 1666 wüthete die Pest, 1688 verbranntebei einer Belagerung der Franzosen ein Drittheil der Stadt,ganz Lützelkoblenz und die Thürme der Liebfrauenkirche. DieStadt erholt sich nun allmählig, 1748 wird der Paradeplatzangelegt, 1763 der Entenpfuhl bebaut, 1773 ein Theil derFestungswerke geschleift, das Schloß in der Neustadt begonnen,1787 die Residenz des Kurfürsten nebst allen Dicasterien vonThal-Ehrenbreitstein hierhin verlegt, 1794 rücken die Franzo-sen, 1814 die Russen ein.
Die Geschichte einzelner Gebäude ist folgende:
Die Castvrkirche von Erzbischof Helti erbaut, wird836 eingeweiht, acht Tage nachher vom Kaiser Ludwigbesucht und begabt, 860, 922 und öfters zu Kirchenver-sammlungen gebraucht, dann schon im 11. Jahrhundert durchVerfall und Brand beschädigt. Daher erbaut ein ProbstBruno zwischen 1137 und 1201 einen neuen Chor, (nachder Einfachheit des Innern und den ungewöhnlich dicken Mau-ern zu schließen, wohl nur das Aeußere als Mantel um eineältere Apse), mit beiden Nebenthürmen, Erzbischof JohanndaS Schiff und Transept und weiht die Kirche aufs neue1208. Später (1493) wird die Holzdecke des Mittelschiffesdurch ein reich verziertes Gewölbe ersetzt, auch die Kirche zu