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Darlegung des Verfahrens der preussischen Regierung gegen den Erzbischof von Köln : vom 25sten November 1837
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schrecken, und erwecken auch, wie ich zu beobachten Gelegenheit hatte, nach einigen Seiten hin,mehr oder minder lebhafte Bedenken. Ich selbst aber, nach meiner Ansicht über den Ursprung jenerIrrungen und deren sachlichen Zusammenhang mit damaligen Zuständen, die längst vergangen sind,neige mich mehr dahin, auf dieselben, in der oben erwähnten Beziehung, ein wesentliches Gewichtnicht zu legen. Ich ergebe mich gern der Meinung: daß ein Mann, der die Religion der Selbst-verleugnung und der sich aufopfernden Liebe, in seinem Berufe als Geistlicher, fo einfach, so be-harrlich und treu ausgeübt hat, als solches von dem Bischof von Calama, feit dessen Rückzügevon den Geschäften, nach glaubwürdigen Berichten gerühmt wird, den Versuchungen der Streitlustnicht unterliegen werde, zumal seit jenen, oben berührten Irrungen, meines Wissens, zwischen dendabei bcthciligt gewesenen Personen ein gutes Vernehmen hergestellt, und bisher auch aufrecht er-halten worden ist.

Mehrere Gegenstände, über welche damals gestritten wurde, haben zum Theil durch dieVerhandlung ihre Erledigung gefunden; thcils verloren sie durch die Zeit an Interesse. Den Wohl-denkenden Leuten beider Confessionen dürfte es aber schon lange eingeleuchtet haben, daß nur inEintracht und Frieden die gemeinsame Wohlfahrt zu finden sey.

Daher hege ich auch kein erhebliches Bedenken in Beziehung auf den schwierigen Punktwegen der gemischten Ehen, nachdem derselbige, in Gemäßheit eines an den Erzbischof von Cölnund die Bischöfe von Trier, Paderborn und Münster gerichteten Breve des Papstes Pius VIII.vom 25sten März I83N, durch eine zwischen dem Königlichen Geheimen Lcgationsrath und Ge-sandten am römischen Hofe, Herrn Bunsen, als dazu von Sr. Majestät dem Könige beauftragt,an einer und dem verstorbenen Herrn Erzbischofe, Grafen Spiegel an anderer Seite, hier zuBerlin, unter dem Ittten Juni v. I. getroffenen Ucbcrcinkunft, welcher die Herren Bischöfe vonTrier, Münster und Paderborn beigetreten sind, die auch bereits die Königliche Allerhöchste Geneh-migung erhalten hat, und in den Sprcngcln der genannten vier Bischöfe zur Vollziehung gekom-men ist, nunmehr in der Hauptsache als beseitigt angesehen werden kann. Ich setze nämlich vor-aus: daß der Herr Bischof von Calama, im Falle derselbe einer der genannten vier Diözesen alswirklicher Bischof vorgesetzt werden sollte, nicht allein jenes Ucbcreinkommen vom Igten Juni v.J.nicht angreifen oder umstoßen, sondern vielmehr solches aufrecht zu erhalten, und nach dem Geisteder Versöhnung, der es eingegeben hat, anzuwenden bereit und beflissen seyn werde.

Mir ist aber jedoch daran gelegen, über den letzterwähnten, die gemischten Ehen betreffen-den Punkt, che ich einen weiter» «schritt thue, aufs Gewisse zu kommen. Zu dem Ende nun er-suche und beauftrage ich Ew. Hochwürdcn hierdurch ergebenst, mit dem genannten Herrn Bischöfevon Calama in vertraute Unterredung zu treten, damit demselben die Gelegenheit dargeboten werde,sich über die von mir, in diesem Schreiben dargelegte, jene» Gegenstand betreffende Voraussetzung,mit derjenigen Offenheit und Redlichkeit, die ich jenem würdigen Prälaten zutraue, mündlich gegenEw. Hochwürden auszusprechen. Ew. Hochwürden aber werden demnächst mir solche seine Rück-äußerung alsbald, mit den eigenen Worten, mittelst vertraulichen Berichts zukommen lassen.

Ew. Hochwürdcn werden mich verpflichten, wenn Sic diese Angelegenheit möglichst be-schleunigen.

Berlin, den 28stcn August 1835.

(gez.) von Altenstein.

An

des Königlichen Geistlichen undSchulraths, Herrn Domkapitulars

Schmülling

Hochwürden

zu Münster-