die Lösung durch eine friedliche und befriedigende Verständigung herbeizuführen, und die-ses Vertrauen ward nie getäuscht. Allerdings ließ sich ferner bei der gegenwärtigen Ge-staltung der europäischen Staaten, in Preußen so wenig als in andern Ländern, immerdie volle Harmonie des bürgerlichen und Staatsrechtes mit den Ansprüchen der Kirchen-gewalt erreichen, allein die Regierung suchte unermüdet auch solche Schwierigkeiten prak-tisch durch Annäherung und Vermittelung der Gegensätze, mit Vermeidung von Prinzipien-fragen, zu beseitigen. Für freie und wirksame Aeußerung von Wünschen und Beschwer-den der katholischen Bevölkerung und Geistlichkeit gab es in jeder Provinz, in jeder Diö-zes gesetzliche Organe und Garantieen. Kirchen und Schulen der Katholiken erstandenunter diesem Zusammenwirken der geistlichen und Staatsbehörden aus ihrem Verfalle;die Geistlichkeit verdiente und genoß allgemeine Achtung, und erfreute sich einer segens-reichen Wirksamkeit in ihrem Berufe. Die ausgezeichnetsten Männer zierten die katho-lischen Lehrstühle und die bischöflichen Sitze. Jedem Verdienste in der Wissenschaft undSeelsorge war, ohne Rücksicht auf Geburt, in den bischöflichen Kapiteln Ehre, Würdeund Einfluß gesichert. Alles war in den katholischen Verhältnissen, wie in den übrigenZweigen des Lebens, in gedeihlichem Fortschreiten begriffen. Da trat die Störung ein,deren merkwürdigen Gang und gefährliche Richtung die folgenden Blätter vor Augenlegen sollen. Nachdem alle Versuche der Milde und Langmuth erschöpft.waren, wurdeein ernster Entschluß unvermeidlich. Noch ehe die Art seiner Ausführung entschiedenwar, machte der Erzbischof selbst den Bruch unwiderruflich, indem er, auf die Ankündi-gung des Königlichen Willens: jene gesetzwidrige Handlungsweise und auflehnende Stel-lung nicht länger zu dulden, die Gemüther durch vorgreifende Oeffentlichkeit aufregte, undseine Anhänger wenigstens, durch die einseitigsten und falschesten Darstellungen des Vor-gefallenen, einen Religionshaß gegen die Regierung zu erwecken suchten. Die Regierungwird aber deshalb von ihrem ruhigen Gange so wenig abgehen, als von ihrem gutenRechte. Die Hoffnungen Uebelgesinnter, und die Pläne fanatischer Eiferer werden ver-eitelt werden. Jene Störung wird vorübergehen mit allem Verderblichen, das ihr an-hing. Die Ruhe der Gemüther wird durch das Verfahren des Erzbischofs nicht beein-trächtigt, das gegenseitige Vertrauen zwischen Regierung und Volk nicht erschüttert, dasfriedliche Verhältniß zwischen Evangelischen und Katholischen wird nicht gefährdet, der
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Darlegung des Verfahrens der preussischen Regierung gegen den Erzbischof von Köln : vom 25sten November 1837
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