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Hyperbel.
(Redende Künste.)
Eine rhetorische Figur, die man dieVergrößerung nennen könnte, weilsie das, was man ansdrüken will,über die eigentliche Wahrheit ver-größert.
Der Gebrauch der Hyperbel ist je-dem Affekt natürlich. Die Furchtvergrößert das Ucbel, wie die Freu-de das Gute, und die Liebe macht ei-ne mäßige Schönheit zu himmlischenReiz. Die hyperbolische Sprache,oder die, da solche Vergrößerungenhausig vorkommen, dienet zur natür-lichen Bezeichnung der Affekte undder lebhaften Charaktere. Also ist inReden und Gedichten, die voll Af-fekt sind, die Hyperbel ganz natür-lich, und thut, wenn sie in wichti-gen Materien gebraucht wird, großeWürkung auf das Gemürhe. Werkann ohne Schauder folgende Hyper-bel lesen?
<Z,ui5 non Isrilw lsnguiue y!u-xuior
(lzmpus lepulcluis impis proclisl'ellgrni-, suillrumgue XleclisHefte,ise louirum ruinze^)?
Es ist kaum eine dem Affekt unter-worfene Art der Rede oder des Ge-dichts, darin die Hyperbel nicht statthabe. Sic reizt die Aufmerksamkeit,durch das Neue, Große und lwge-H »or. oft u.
wohnliche; sie setzt in Affekt, weilsie aus dem Affekt entsteht. Siekann aber auch zu Verstärkung desLächerlichen dienen, weil sie lächer-lich wird, wenn sie bey geringen Ge-genständen gebraucht wird.
Aber die Menge der Hyperbeln,die man hinter einander gebraucht,kann die Rede ganz frostig machen.Sie sind eine Würze,chie mit sparsa-mer Hand einzustreuen ist. Eigent-lich thun sie ihreWürkung nur als-denn. wenn die Wärme der Empfin-dung sie gleichsam erpreßt: sie müs-sen aus dem Herzen und nicht ausdem Verstände kommen; sobald manecwas gesuchtes dabcy merkt, wer-den sie widrig. Diese schlimme Ei-genschaft bekommen sie, wenn sie beyunwichtigen Gegenständen gebrauchtwerden. Es geht aber einigen Hy-perbeln , so wie einigen Metaphern:durch den allgemeinen Gebrauch ver-lieren sie ihre Eigenschaft und sinkenin die Ordnung des gemeinen Aus-druks herab.
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Einige ganz gute Bemerkungen überden Gebrauch dieser Figur finden sich inder -8tcn Vorlesung des Priestlcy überRedekunst und Kritik S- 254 der deutschenllcbersetzunA. — In Beattie's philosophi-schen Versuchen, B. 1. S. züz der deut-schen Ilcbcrsctznng. — In Blair's I.eK»B.i. XVI. S.ziz.—
Jambus.