Druckschrift 
2 (1792) [E - J]
Entstehung
Seite
359
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Gen

Gefühl der Tonart, so daß die Mo,dulation durch den Generalbaß be-stimmt und vernehmlich wird. Crwird hauptsachlich auf Orgeln undClavieren gespielt, wo die linke HanddieBaßtonc anschlagt, die rechte aber, die dazu gehörige Harmonie, die mitZiffern, oder andern über die Baß-noten gesetzten Zeichen angedeutetwird

i Wenn der Baß nicht beziffert ist,so muß der Spieler die obcrn Stim-men auch vor sich haben, damit erauf jeden Vaßton die rechte Harmo-nie treffe. Zwarkönncn geübte Har-monisten bisweilen, wenn sie denbloßen und nicht bezifferten Baß vorsich haben, den Generalbaß richtigspielen: allezeit aber geht es nicht an,zumal wenn der Tonsctzcr künstlicheund ungewöhnliche Modulationenangebracht hat.

Ohne eine völlige Kenntniß derHarmonie ist es nicht möglich, denGeneralbaß richtig zu spielen. Dennman muß nicht nur alle Regeln derguten Fortschreitung, sondern auchjeden Kunstgriff der Modulation wis-sen, sonst lauft man Gefahr entwe-der falsche Fortschrcisungen zu ma-chen, oder gar aus dem Ton herauszu kommen. Wer also den General-baß lernen will, muß nothwendig dieganze Wissenschaft der Harmonieund der Modulation genau studircn.Und wenn er dieses vollkommen weiß,so hat er noch vieles zur guten Be-gleitung in Acht zu nehmen. Er mußnicht nur in der Fortschrcitung dieQuinten und Octaven zu vermeiden,und jede Harmonie rein anzugeben,sondern auch die Hauptsiimme durchseine Begleitung gehörig zu hebenwissen. Denn der Gcneralbaßspiclerkann ungemein viel verderben odergut machen. Daher macht die Wis-senschaft des Generalbasses einen be-sonder» und wcitlanftigen Theil derMusik aus, der von vielen in beson---) S. Bezifferung.

Gen Z5?

dem Werken vorgetragen worden.Das wichtigjre und gründlichste Werkdarüber ist wol der zweyte Theil vonBachs Versuch über die wahre Artdas Clavicr zu spielen, der fast alleindem Generalbaß gewidmet ist.

Man schreibet die Erfinduna desGeneralbasses insgemein einem Wal«sehen, Namens L.u0ovico Via0a„a,zu, welcher im Jahr löoü zuerst vondiesem Basse soll geschrieben haben.Es ist aber wahrscheinlich mit dieserErfindung, wie mit vielen anderngegangen, die stufenweise entstanden,lind erst, nachdem sie merklich angeswachsen, als besondere Erfindungenbetrachtet worden- Da die Orgelnsehr alt sind, so ist wahrscheinlich,daß lange vor Viadana, die Orgel-spieler nicht blos den Baß und etwaeine Hauptstimme werden gespielt»sondern bisweilen zu richtiger Be-merkung des Tones, oder zu meh-rerer Ausfüllung, auch noch andreIntervalle dazu genommen haben.Vielleicht hat Viadana zuerst einigeRegeln für ein solches Spielen gege-ben, und sich dadurch den Ruhm er-worben, daß er die Sache selbst er-funden habe. Von der Bezifferungdes Generalbasses ist an einem an-dern Orte gesprochen worden *).

-A- -H-

Von dein Generalbaß handeln, in la-teinischer Sprache: Die Vorrede desViadana selbst vor den Oper, lacrorlunLonccnruum (146 an der Zahl) ....?rclc. 161z, i6zo. 4. die aber auch zu-gleich italienisch und deutsch bc» dieser Aus-gabe befindlich, und in den erstem Spra-chen , ursprünglich früher (wahrscheinlichums 1.1606) zu Venedig gedruckt wort-den ist. — Die Vorrede des Tasp. Vin«ccnz vor dem llromcuar. Xluilco, ^.r-Acnror. >6il. 4. — Ein Aussatz vonWvlfg. Ebner, welcher, deutsch, sich bc»I. A. HerbstS tckuiica poer. 8rst. >65). 4.Z 4 beßa-

*) S. Bezifferung.