Druckschrift 
2 (1792) [E - J]
Entstehung
Seite
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«ncn gewissen Tod erwartet, sich auchschon das dunkle Reich der Schattenlebhaft vorstellt, sieht er dort nurvorzüglich den Maus, und bemerktvornehmlich die Wunder seiner Lie-der '). Durch den Ausdruk kannein gemeiner Gedanken fein werden,wenn ihin etwas, das auf eine feineArt reizet, bcygcmischt wird. Davonkann folgendes, aus dem eben ange-führten Trauerspiel des Euripidcs,zum Bcyfpiel dienen Die argi-vifchcn Matronen bitten die Acthra,ihren Sohn zu bewegen, daß er ihnendie Leichname ihrer erschlagenen Soh-ne ausliefere. Auel) du, sagen sie,hast ehedem aus Scn lieblichenUmarmungen Seines Gemahls ei-nen Sohn gebohrcn. Wie viel fei-ner ist dieses, als das gemeine, auchdu bist Mutter. Der angeführteDichter ist vorzüglich reich an Ge-danken, die durch den Ausdruk feinwerden. Wie fein ist nicht folgendes,ebenfalls durch Einmischung ange-nehmer, und an sich feiner Nebenbe-griffe. Er vergönnte seiner Toch-ter aus Sen Lrcpern Sen ;u wäh-len, auf Sen Sie lieblichen Einge-bungen der Venus ihre Neigunglenken würden f). Dadurch giebtder Dichter auf eine angenehme Wei-se zu verstehen, daß die Wahl einesGatten durch ein gewisses nicht zubestimmendes Gefühl, das aus Wol-lust entspringt, geleitet werde.

Zum feinem Ausdruk gehören über-haupt die Worter, die entweder dieHauptbegriffe selbst, oder einige Ne-henbegriffe, durch scharfsinnige Bil-der, oder durch andre nur geübtenKennern recht fühlbare Umwege mehrmerken lassen, als geradezu anzeigen.Was durch fast unmerkliche Anspie-lungen , durch ganz leichte flüchtigeZeichen, aber doch sehr richtig und

") Hör. I-ib.jl. l?.

") vh 55. 56.

f) Iplux. w ^ul. vk. 6Z. 6?.

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bestimmt angezeiget wird, gehörthiezu.

Es giebt gemeinen Vorstellungenein reizendes Wesen, und eine Neu-heit, wodurch sie sehr angenehm wer-den, und ist deßwcgcn da zu brau-chen, wo die Sachen selbst wenigreizendes haben. Personen von fei-nem Wih können auch die gemeinstenSachen dadurch interessant machen.Daher ist der eigentliche Sit; des Fei-nen in dcnWerkcn des Gefchmaks inden Materien und auf den Stellen,wo die Vorstellungskraft, wegen desgeringen Gewichts der Sachen selbst,sinken konnte; besonders in dramati-schen Stüken da, wo die Handlungetwas ruhig fortgeht.

Wo aber die Sachen selbst sehrwichtig, pathetisch, oder sehr crnsi-haft sind, da ist das Feine wenigernöthig, und würde auch unnatürlichscyn, weil eine ernsthafte, oder em-pfindungsvolle GemüthSfassung ihmentgegen ist. Das Große, das Pa-thetische, das Erhabene, kann seltenmit dem Feinen verbunden feyn. Werdabei) fein scyn wollte, der würdevcrrathen, daß er das Starke undGroße nicht mit voller Kraft fühlt.

Ueberhaupt gehört das Feine unterdie xvürxe der Gedanken, wovonmanleicht einen schädlichen Aufwandmachen kann. Personen, die für je-den Gedanken eine feine Wendungund einen feinen Ausdruk suchen, fal-len in das Gezierte; und eine zu großeBegierde sich immer fein auszudrü-ken verleitet auch auf das Spiyfün-digo, welches eigentlich das falscheFeine ist.

Fein faulig.

(Baukunst.)

Aiescs Wort braucht Goldmann umdasjenige auszudrüken, was die grie-chischen Baumeister durch das siu-lkg'lqy anzeigten, nämlich diejenigeSäulewpcitt, die den Gebäuden das

beste