X!-V ' - Vorrede'
macevtische oder technische Chemie nur Anwendungen, undderen Grundsätze der Aurübung in allen ihren Zweigengemein sind. Ich liefere daher hier ein Lehrbuch der reinenChemie mit den Anwendungen auf das gemeine Leben daverwebt, wo mich die Natur der Sache jedesmal daraufleitete, ohne jene besonders abzuhandeln. Ich habe mirdas Handbuch des sei. Etzleben, dieses Meisters inder Compenvicnkunft, ganz zum Muster genommen, derzuerst von dem richtigen G-sichtspanct ausging, die Che-mie allgemein nützlich vorzutragen, und, immer Einsichtnach, den Weg deutlich zeigte, auf welchem man diesewissenschaftliche Kunst so lehren kann, daß d> r Zögling dasGanze zu übersehen vermag. In einer Wissenschaft, woes auf intuitive Kcnntniß von Dingen ankömmt, wo derAnfänger Begriffe von mchrern Stoffen erlangen sdll, undin der Erlernung als Hauptbegriffe vorläufig erlangen muß,die ihm sonst im gemeinen Leben gar nicht oder nur sehr un-deutlich bekannt waren, muß man im Vortrage derselbe,!nothwendig darauf Bedacht nehmen; immer suchen, dasFolgende aus dem Vorhergehenden herzuleiten, nichts alsbekannt voraussetzen, was es dem Anfänger nicht ist, undTheorie stets mit Erfahrungen verweben. Die beträchtli-chen Fortschritte, welche die Chemie in dem letzten Jahr-zehend gemacht hat, nöthigten mich freylich in vielen Stü-cken von dem Erxlebischen Plane abzugehen, und die Sa-chen anders zu ordnen, wie man bcy einer, nur flüchtigen,Vergleichung bald finden wird.
Nach einer kurzen Einleitung gebe ich im ersten Ab-schnitte die nöthigcn Grundbegriffe, welche zur Erlernungder Wissenschaft erfordert werden. Die Nothwendlgteit,mehrere allgemeine Grundjatze voranzuschtcken, und beson-ders