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nicht für recht halte, daß man die vergangenen Jahrhunderte ausunserer Vogclperspective und nach den jetzt gerade herrschenden phi-losophischen Theorien betrachte.
Bei dein lebendigsten Willen: nicht raisonnircn sondern nur er-zählen zu wollen, geräth man zuweilen dennoch in Betrachtungen,und wo man auch den Verstand bewältigen kann, triumphiren nichtselten dix sympathischen und antipathischen Zuckungen des Herzens.In einer Zeit, in welcher von allen Seiten dem Herzen Schweigengeboten wird und der Verstand die Alleinherrschaft schreiend ufur-pirt, glaubte ich, dem Gefühl mitunter einen Laut des Schmerzesoder der Freude gestatten zu dürfen.
Kann ich hin und wieder für einzelne katholische Institute einfreundlich anerkennendes Wort nicht zurückhalten, kann ich nichtunbedingt in das „steiniget sie!" mit einstimmen und Hunderten dieWorte des Hohns und der Verachtung nachbeten, so werden wenig-stens diejenigen Schriftsteller und Wortführer deshalb mich nichtschelten, welche voll der Begeisterung der Zeit und der Humanität:den Juden über den christlichen Bauer und Hintersaß erhobenwissen wollen, an vielen Orten bereits erhoben haben. Der armechristliche Bauer und Hintersaß soll die schwer auf ihm lastendenFesseln mit schwerem Geld ablösen; der oft sehr reiche Jude soll dieaus ihm lastenden Fesseln lachend abschütteln. Ist das Recht —meine Herren, ist das human, ist das philosophisch und freisinnig?Ob es christlich sei, frage ich nicht, weil viele der Erleuchteten derZeit die Worte christlich und albern für synonim erklart haben undeine Mythologie an die Stelle der Theologie erheben wollen.
Kann oder mag man über die Art der Auffassung und denGeist der Darstellung mit mir nicht übereinstimmen, erachtet dieKritik dagegen Tadel aussprechen zu müssen, so werde ich gewißschweigend mich unterwerfen und daraus möglichst viel zu lernenmich redlichst bemühen. Aber zugestehen wird man mir müssen, daßkeine Literatur eine vollständigere Uebersicht aufzuweisen hat unddaß dieser Reichthum von Materialien — wenigstens künftigen Ge-schichtschreibcrn manche saure Mühe ersparen wird. Eine eigenemöglichst vollständige Uebersicht der Geschichte der deutschen Brüder-schaften dürfte von bedeutendem Interesse sein. Ich hoffe — wenig-stens die Materialien dazu sammeln zu können.
Der dritte Band, eine historische Uebersicht und bildliche Dar-stellung aller Hunderte von erloschenen und noch bestehenden, geist-lichen und weltlichen Ritterorden enthaltend, wird, so Gott will,schon in der kommenden Herbstmesse erscheinen und diesen Cyclusvervollständigen.