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lanqtcr Freiheit ihn schwer befallende Krankheit schien sein Gemüthernster zu stimmen, jedoch ohne seinen Hang zur Wohlthatigkeit zumaßigen.
Keiner seiner vielen Biographen nennt irgend eine äußere Ver-anlassung, welche eine so große Veränderung in seinem Innern hätteverursachen können. Aber alle erzählen einstimmig, daß er von die-ser Zeit an ernster, häufig zu Einsamkeit und stiller Betrachtunggeneigt, manche Stunden an entlegenen Orten zubrachte, mit Träu-men und Visionen schwere Kämpfe zu bestehen schien, nicht seltenbis zur Entzückung außer sich gerieth, täglich mehr von jedem irdi-schen Treiben sich zurückzog, in geistliche Beschauungen versank undam liebsten unter Kranken, Bettlern und Aussätzigen als brüderli-cher Tröster und Helfer verweilte und allen natürlichen Eckel so sehrüberwand, daß er die mit den abscheulichsten Ausschlagen und Ge-schwüren Behafteten liebkoste und küßte, nur um in Bruderliebe,Demuth und christlicher Gesinnung täglich kräftiger und vollkomme-ner zu werden.
Eine Wallfahrt nach Rom gab diesen Gesinnungen noch hö-hern Schwung. Mit Bekümmerniß sah er, wie von Vielen garnicht, von Anderen sehr wenig in der Peterskirche geopfert wurde.Er opferte nicht nur unter heißem Gebet zu dem Apostel sehr frei-gebig, sondern vertauschte auch vor der Kirche seine ganze Kleidunggegen die Lappen eines Bettlers. Fortan brachte er den größtenTheil der Zeit in Klüften, Gräbern und Höhlen zu, überließ sichtäglich mehr dem asketischen Hang und der Kasteiung, wurde durchVisionen und Inspiration täglich der Welt mehr entrückt und zudem Uebersinnlichen angezogen.
So erklang ihm eines Tages die Stimme von Oben, als ervor einer alten Kirche außerhalb Assisi betete: „Geh' hin, Franzund bessere mein Haus, welches wie du siehst, ganz zu verfallendroht!" Was er hatte, gab er zum Wiederaufbau der Kirche so-gleich hin, eilte dann nach Foligno, verkaufte einige Stücke Tücherund brachte den Erlös zu demselben Zweck dem Geistlichen mit derBitte, bei ihm bleiben zu dürfen. Vater Kaufmann kam erbost obsolcher Thorheit, schleppte ihn mit Gewalt in sein Haus zurück, gabihn dem Hohn der Bürger preis, prügelte ihn tüchtig und sperrteihn schwer gefesselt ein.
Die Liebe der Mutter hatte ihn aus diesem peinlichen Zustandbefreit und er war sogleich wieder zu dem Geistlichen hingeeilt, ent-schlossen: um keinen Preis mehr von ihm sich zu entfernen und umChristi Willen alle Drangsale zu erdulden. Vor das Gericht desBischofs ließ der ergrimmte Vater ihn fordern, zwang ihn dem vä-terlichen Vermögen zu entsagen und Alles was er noch in der Handhatte, herauszugeben. Freudig überließ ihm Franz alles Irdische,zog sogar seine sämmtliche Kleidung ab, behielt nur das häreneHemd auf dem bloßen Leib und sprach mit freudiger Seele: „Dich