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Faust : eine Tragödie ; Theil 2 ;
(Vollendet im Sommer 1831)
Seite
225
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Und duldet auch auf seiner Berge RückenDas Zackenhaupt der Sonne kalten Pfeil,

Läßt nun der Fels sich angcgrüut erblicken.Die Ziea' nimmt genäschig kargen Theil.

Die Quelle springt, vereinigt stürze» Bäche,Und schon sind Schluchten, Hänge, Matten grün.Auf hundert Hügeln untcrbrochncr FlächeSiehst Wollenheerdcn ausgebreitet ziehn.

Bertheilt, vorsichtig, abgemessen schreitetGehörntes Rind hinan zum jähen Rand,

Doch Obdach ist den sämmtlichen bereitet.Zu hundert Höhlen wölbt sich Fclsenwand.

Pan schuht sie dort und Lebcnsnymphen wohnenI» buschiger Klüfte feucht erfrischtem Raum,Und, sehnsuchtsvoll nach höher» Regionen,

Erhebt sich zwcighaft Baum gedrängt an Banm.

Alt-Wälder sind'S! die Eiche starret mächtig.Und eigensinnig zackt sich Ast an Ast;

Der Ahorn mild, von süßem Safte trächtig.

Steigt rein empor und spielt mit seiner Last.

Und mütterlich im stillen SchattenkreiseQuillt laue Milch bereit für Kind und Lamm;Obst ist nicht weit, der Ebnen reife Speise,Und Honig trieft vom ausgehöhlten Stamm.Gmhe's Faust. II.. 15