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[Hauptbd.] (1840)
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selbst kein Urthcil zu fällen, da ich mir keine genauere mit Zeichnungen begleitete Beschreibungderselben habe verschaffen können.

Wenn es nun nach diesen Untersuchungen und ihrer Prüfung darauf ankommt, die beidenFragen zu beantworten,

1) ob in den Seiden-Fabrik-Städten Preußens öffentliche Seiden-Conditionen Bedürfnißgeworden, und

2) welches Verfahren in diesen Conditionen solle eingeführt werden;

so muß vorab die erste Frage mit einem entschiedenen ja beantwortet werden. Es ist schon obennachgewiesen worden, daß in unfern Gegenden, also an den Consumtions-Orten, die Seide imallgemeinen Verkehr wenigstens 12 pCt. Feuchtigkeit enthält, während die Seide an den Pro-dnctions-Orten in der Regel nur 9,2 bis 9,9 pCt. Feuchtigkeit besitzt. Wenn nun auch nichtbehauptet werden kann, daß der Unterschied von stark 2 pCt. ganz der hiesigen Fabrikation zurLast falle, so ist es doch gar nicht zu verkennen, daß in Beziehung auf dieses kostbare roheFabrik-Material der Consnmcnt ohne die Aushülfe einer öffentlichen Seiden-Condition gegen denProducentcn sehr im Nachtheile steht. Es muß für den Ankäufer von dem größten Interessesein, in sicherer Weise erfahren zu können, wie viel wirkliche Seide und wie viel Wasser er fürsein Geld eintauscht. Dann würde auch eine öffentliche Conditio» in dem sehr wichtigen Sei-dcnhandcl vielen Untcrschleifen und vielen Streitigkeiten vorbeugen. Es mußte darum auch dasBedürfniß einer Condition für Elberfeld um so dringender gefühlt werden, je mehr sich hier dieSeiden-Fabrikation ausdehnte und je mehr die zunehmende Konkurrenz den Fabrikanten zwang,auf jeden Vortheil Bedacht zu nehmen. Die Eröffnung einer Seiden-Condition wurde Hierselbstschon im Jahre 1825 zur Sprache gebracht und von hier aus in Lyon über das dortige Con-ditioniren Erkundigungen eingezogen. Im Anfange des Jahres 1830 traten mehrere Fabrikan-ten unter dem Vorsitze des Oberbürgermeisters Brüning zu einer Kommission zusammen, welcheein Reglement für eine städtische Seiden-Condition entwarfen, dem später noch mehrere andereFabrikanten durch Unterschrift beitraten. Die Ausführung scheiterte zum zweiten Male an Ne-benumständen. Im Laufe des vorigen Sommers vereinigten sich zum dritten Male mehrereFabrikanten und Seidenhändler zu dem Zwecke, eine Privat-Seiden-Condition zu errichten; maneinigte sich über die einzelnen Bestimmungen des Reglements und seit dem 1. November v. I.ist die Condition eröffnet. Dieselbe ist in den wesentlichen Stücken nach den Grundsätzen desältern Verfahrens in Lyon eingerichtet. Die Temperatur ist auf 18 bis 20° R. und die Dauerder Anstrocknung auf 16 Stunden festgesetzt. Wenn der Gewichtsverlust über 2^ pCt. beträgt,so wird sie zum zweiten Male getrocknet. In den Schränken dürfen bei dicken Strängen 2,und bei dünnen 3 übereinander gelegt werden. Die Seide wird von dem Verkäufer frei zurCondition eingeliefert und von der Condition dem Käufer frei zugesendet. Für das Conditioni-ren nebst Zurücksenden werden an die Condition für das Pfund 6 Pf. bezahlt, also für 100 Pfund50 Sgr.; die eine Hälfte der Kosten fällt dem Verkäufer, die andere dem Ankäufer zur Last.Wird eine doppelte Conditionirung nothwendig, so bezahlt diese der Verkäufer allein und zwarebenfalls mit 6 Pf. für das Pfund. Die Condition übernimmt auch ein Probehaspcln, umdie Nummer der Seide zu controlliren. Für 2V Proben zu haspeln werden 5 Sgr. bezahlt.

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