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[Hauptbd.] (1840)
Entstehung
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Die genaue Untersuchung der vorstehenden sehr lehrreichen Versuche führt zu folgendenBemerkungen. Es zeigt sich keine sichere Spur davon, daß die eine Art der Seide sich stärkerhygroskopisch verhielte, als die andere. Wie schnell und leicht aber jede atmosphärische Verän-derung auf den Feuchtigkeitözustand der Seide einwirke, davon liefert jede Seidenprobe durchden starken Wechsel ihres Gewichts den deutlichsten Beweis. In dem Zeiträume zwischen derVerpackung der Proben in Bcaucaire bis zu ihrer Abwägung in Lyon haben dieselben im Mit-tel 1,3 pCt. mehr Feuchtigkeit angenommen, wobei es merkwürdig ist, daß die größte Differenzin diesem Feuchtwcrdcn nur 0,6 pCt. beträgt. Der erste Tag in Bcaucaire wirkte mit seinerhohen Temperatur und trocknen Luft sehr austrocknend auf alle Proben. Die nebelige Luft undder Südwind des zweiten Tages führte der Seide gleich wieder mehr Feuchtigkeit zu. Dieschwüle Gewitterluft des dritten Tages wirkte wieder austrocknend auf die Seide. Wennnun die Seide in dem warmen und heißen Klima von Bcaucaire nur 9,2 pCt. Feuchtigkeit ent-hält, wenn diese Feuchtigkeit in Lyon schon auf 10,7 pCt. steigt; so möchte es keinem Zweifelunterliegen, daß in unfern nördlichen feuchten Gegenden die Feuchtigkeit der Seide in der Regelnicht unter 12 pCt. betragen werde. Dies hat sich auch in den Resultaten der in Elberfeldkürzlich eröffneten Privatcondition, in der die Seide nur 16 Stunden lang bei einer Temperaturvon 18° bis 20° R. getrocknet wurde, ausgewiesen, indem Seidcnpartien von tadelloser Beschaf-fenheit darin im Mittel 1,6 pCt. Feuchtigkeit verlieren. Denn schwerlich wird die hier condi-tionirte Seide weniger als 10,4 pCt. Feuchtigkeit enthalten, da die Seiden in dem Klima vonLyon bei einer 24stündigcn Austrocknung im Mittel noch 9,9 pCt. Feuchtigkeit zurückhalten.Wenn die in der Austrockmmg stark abweichende Nr. 36. unbeachtet gelassen wird, so beträgtdie größte Differenz in dem Feuchtigkeitszustande der der Lufteinwirkung in Bcaucaire ausge-setzten Seidenproben 0,9 pCt. und die größte Abweichung vom Mittel 0,6 pCt. Es istzu bezweifeln, ob der Talabot'sche Aequilibrir-Apparat bei so vielen und so verschiedenenSeidenproben eine größere Uebereiustimmuug bewirkt haben würde. Auf Grund der ange-stellten Versuche darf angenommen werden, daß die auf der Messe zu Bcaucaire im Handelvorkommende Seide in der Regel nur 9,2 pEt. Feuchtigkeit enthält. Die öffentliche Conditio,:trocknet die Seide bis auf einen Feuchtigkeitsgehalt von 9,9 pCt. aus. Bei Prüfung der fürdie Conditio,, in Turin gegebenen Vorschriften, so wie unter Berücksichtigung des günstigen Kli-mas dieser Stad, möchte es nicht bezweifelt werden dürfen, daß die dort conditionirte Seide höch-stens nur noch 9,5 pEt. Feuchtigkeit enthalten könne. Es scheint mir also, als müsse man derabsolut trocknen Seide nicht weniger als 9 pCt. und nicht mehr als 10 pEt. Feuchtigkeit zu-rechnen, um das zulässige Handelsgewicht der Seide zu erhalten. Wenigstens würde die in Lyonversammelte Kommisston sich schwerlich für einen größern Proccnt-Zusatz entschieden haben, wennihr vor ihrer Auflösung die obigen Versuche hätten bekannt werden können.

Seit dem Sommer 1833, wo die Kominission ihre Versuche anstellte und ihre Berathun-gen hielt, sind nunmehr 6 volle Jahre verflossen. Nach den mir zugekommenen Nachrichtenconditionirt man in Lyon noch immer nach dem alten Verfahren. Was in dem langen Zeit-räume für die fernere Prüfung und für die Einführung des neuen Verfahrens gethan wurde,ist nicht zu meiner Kenntniß gekommen. Auch vermag ich über die Talabot'sche» Apparate

selbst