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[Hauptbd.] (1840)
Entstehung
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Die zweite Probe wird vom Ballen getrennt und mag seicht in der Zeit, wo die erste Probeabsolut getrocknet wird, ihren Fcnchtigkeitszustand verändern, so daß dieselbe, wenn sie auchmit der übrigen Seide unter der Glocke denselben Einwirkungen ausgesetzt wird, doch schon frü-her oder später, als die übrige Seide, das Conditionsgewicht annimmt. Dieser Einwurf gegendas Verfahren scheint mir von der größten Erheblichkeit zu sein. Dann scheint es mir auchsehr schwierig zu sein, die Temperatur und Richtung eines Luftstroms so zu rcguliren, daß beider Raschhcit der Austrocknnng durch denselben unter den vorbezeichnctcn Ilmständen diese Aus-trocknung in allen Thcilen gleichmäßig fortschreite, so mancherlei Mittel in Ventilen und andernZurüstungen Talabot auch angebracht haben mag, um des Luftstroms völlig Herr zu werden.Gerade diese Künstlichkcit des Apparats, so wie die erkannte Nothwendigkeit aller dieser Zurüstun-gen, legen für denselben kein günstiges Zengniß ab.

Bei den ersten Versuchen, welche im Sommer 1831 mit dem neuen Apparat angestellt wur-den, ging Talabot in soweit von seinem im Allgemeinen beschriebenen Verfahren ab, daß dieSeide erst in den Aequilibrir-Apparat gebracht wurde, um in allen Theilen dieselbe Trockenheitanzunehmen und dann erst die beiden Proben gezogen wurden. Durch dieses Verfahren wirdder erste meiner Einwürfe weggeräumt, aber die Seide muß jetzt zweimal der Austrocknungausgesetzt werden, und die beiden andern Bedenken bleiben in ihrer vollen Kraft bestehen. Beimersten Versuche wurden 4 Partien schöne piemontestsche Orgastne-Seide, jede ursprünglich 566Grammcs schwer, erst ungleich befeuchtet, dann an verschiedenen Stellen in den Aequilibrir-Apparat gebracht und hier der Austrocknnng und Aequilibrirung 7 Stunden lang überlassen.Die drei Thermometer zeigten in der Reihenfolge von oben nach unten in dem Apparate eineTemperatur von 39°,1, von 39°,7 und von 39°,9 C>, also eine Differenz von 6°,8. Nun wirdzwar behauptet, das eine Thermometer sei unrichtig gewesen; aber diese Behauptung ist nichtbewiesen worden. Und wenn Talabot diese Differenzen für unwichtig hält, da es in seinerMacht liege, jedes Thermometer nach Gefallen steigen und fallen zu lassen, so scheint es mir,als liege gerade in dieser Veränderlichkeit in der Wirkung des Apparats eine große Unvollkom-mcnheit. Denn woher soll bei der Anwendung im Großen die Bürgschaft genommen werden,daß der Luftstrom genau in richtiger Weise regulirt worden sei? Nach der Austrocknunghatten die 4 Seidenpartien die folgenden Gewichte: 465,3 464,4 467,6 465,9 Gram-mes. Sie hatten also gegen den sehr trocknen anfänglichen Zustand gegen 7 pCt. an Feuchtig-keit verloren und gerade die Partien am meisten, welche am stärksten waren angefeuchtet worden.Der Unterschied in der Austrocknung, also wahrscheinlich der Fehler der Aequilibrirung, beträgt6,6 pCt. Ob aber dieser Fehler der Aequilibrirung selbst muß zugeschrieben werden, oder aufeiner ursprünglichen Differenz des Fenchtigkeitszustandes beruht, ist durch die Versuche nicht er-mittelt worden, die überhaupt weit davon entfernt sind, wissenschaftlichen Anforderungen zugenügen.

Beim zweiten Versuche wurden 4 Partien Seide, jede von 1666 Grammes ursprünglichemGewicht, in den Aequilibrir-Apparat gebracht, zwei Partien waren zugefaltet, die beiden andernlos gefaltet. Die drei Thermometer zeigten jetzt nur eine Differenz von 6°,2 bei einer Tempe-ratur von 38°,3 C.; später aber nahm das mittlere Thermometer plötzlich eine Abweichung von

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