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bis zur Sättigung noch Dämpfe von 1,409 oder von 1,394 Atm. Spannung aufnehmen kann,wird, des geringen Unterschiedes von noch nicht 1 pCt. wegen, auf die Austrocknung durchauskeinen merklichen Einfluß ausüben. Es scheint also, als ob dieser Theil des TalabotschenVorschlags sowohl der Theorie nach, als durch die Erfahrung durchaus gerechtfertigt dastehe.Wenigstens habe ich, die letztere Bestätigung betreffend, in den vielen mitgetheilten Versuchenbei sorgfältiger Prüfung derselben nichts gefunden, was zu irgend einem Zweifel gegen die Ge-nauigkeit des Verfahrens berechtigte. Nun kommt es noch darauf au, einen conventionellenFeuchtigkeitsgrad der verkäuflichen Seide festzusetzen, und Talabot schlägt vor, die zulässigeFeuchtigkeit zu 10 pCt. vom Gewicht der conditionirten Seide, also zu 11? pCt. vom Gewichtder absolut getrockneten Seide zu bestimmen, weil er annimmt, daß die nach dem bisherigenVerfahren conditionirte Seide im Mittel diese Feuchtigkeit noch enthalte.
Talabot verfährt nun bei der Eonditionirung also. Nachdem er aus dem Seidenballenzwei ganz gleiche Proben genommen, wird die eine absolut getrocknet. Aus dem Gewicht vorund nach dem Trocknen ergiebt sich ihr anfänglicher Feuchtigkeitszustand. Es sei z. B. das
(a—csi)100
Gewicht vor dem Trocknen — g, nach dem Trocknen csi; dann enthielt die Seide - ^—
Procent Feuchtigkeit. Das Conditionsgewicht der Probe ist dann , und das Conditions-
gewicht der zweiten Probe ist, wenn dessen ursprüngliches Gewicht --- x gesetzt wird, --- -
Nun bringt Talabot die Seide des Ballens auf kreisförmige Gitter, die übereinander liegen,und bedeckt diese mit einer Glocke aus Blech; einige in die Blechdecke eingesetzte Glasscheibenerlauben die Vorgänge im Innern zu sehen. In dieser Glocke wird vermittelst Dampfheizungein Luftstrom, dessen Temperatur die der Atmosphäre um etwa 20° C. übersteigt, von oben nachunten durch die Lagen Seide geleitet. In dem Apparate liegt die zweite Seidenprobe auf ei-ner Wage, wie sie früher beschrieben worden, übrigens mit der übrigen Seide genau derselbenEinwirkung des warmen Luftstroms ausgesetzt. Sobald nun die Wage das im Voraus berech-nete Conditionsgewicht der Seidenprobe anzeigt, ist die Operation beendigt und das Gewichtdes Seidenballens, wie es jetzt gefunden wird, ist das verlaugte Conditions-Gewicht. Die Be-schreibung des Apparats ist durchaus undeutlich und unvollständig; doch ist das Prinzip desVerfahrens klar genug dargestellt.
Soll dieses Verfahren zu richtigen Resultaten führen, so setzt es voraus:
1) daß die beiden Seidenproben beim ersten Abwägen durchaus in demselben Zustandeder Feuchtigkeit sich befinden;
2) daß die Austrocknung der zweiten Probe mit der Austrocknung der übrigen Seidedurchaus gleichmäßig fortschreite;
3) daß die verschiedenen Partien des Seidenballen an allen Stellen gleichmäßig aus-trocknen.
Gegen die Genauigkeit dieser Voraussetzungen lassen sich begründete Zweifel erheben. Wieleicht können zwei Stränge Seide, die nebeneinander lagen, nicht durchaus gleich feucht sein.