Druckschrift 
[Hauptbd.] (1840)
Entstehung
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digte mich Paul Andricn, ein Angestellter der Condition, au, daß er Verbessernngsvorschlägctu Betreff der Seiden-Austrocknung vorzulegen habe. Damals hielt sich der Pariser MechanikerLöon Talabot in Lyon auf, der sich durch verwandte Arbeiten der Handelskammer empfohlenhatte und von ihr veranlaßt wurde, der Verbesserung der Seiden-Eonditionirnng sein Nachden-ken zuzuwenden. Alle drei bearbeiteten eine Denkschrift über ihr Verfahren, die der Handels-kammer eingereicht und später in Druck gegeben worden sind. Die Denkschrift von Talabot,unter dem Titel: lVoto Sur UN pooecclc nouvcau, yioposv poue la <3c>iiclition publiguo tlossoios clu llivva, yai I,. talabot freies, lls ?aris. Imprimö par orclre cle la tlliambre llvcommerce äe D^oir. I^voo, z>üovemlire 1832." liegt mir vor. Die beiden andern Denkschrif-ten habe ich mir nicht verschaffen können. Die Handelskammer ernannte eine Special-Kommis-sion, bestehend aus wissenschaftlich gebildeten Männern, Technikern und Sachkundigen, um dievorgeschlagenen Verfahrungsarten einer Prüfung zu unterwerfen, und sowohl diese Kommission,als auch die Handelskammer sprachen sich ans entschiedene Weise zu Gunsten des Vorschlagsvon Talabot aus. Aus mehreren Andeutungen scheint hervorzugehen, daß nach den Vorschlä-gen von Felisscnt und Andrien das ältere Verfahren nur in unwesentlichen Punkten sollteumgestaltet werden, während Talabot ein durchaus neues System der Anstrocknung aufstellte.Talabot hat sein Verfahren in der angeführten Denkschrift ziemlich verworren mitgetheilt undich entnehme daraus die Angaben für die folgende Darstellung desselben.

Die Handelskammer hatte eine stets gleiche Austrockming der conditionirtcn Seide verlangt;Talabot stellte sich selbst die Forderung darin noch höher, daß auch der Grad der Austrocknung ge-nau bestimmt werden solle. Er sah sehr richtig ein, daß das ältere Verfahren nur dann zuübereinstimmenden Resultaten führen könne, wenn es gelänge, nicht allein die Temperatur, son-dern auch den hygrometrischen Zustand der Luft im Zimmer genau zu regnliren; und da er miteben so vielem Recht diese Forderung zu erfüllen, wenn nicht für unmöglich, doch für sehrschwierig hielt: so entschloß er sich einen ganz neuen Weg einzuschlagen. Er construirte einenApparat, dessen Beschaffenheit im Einzelnen er nicht näher beschreibt, in welchem eine Seiden-probc von 10 bis 5V Grammcs Gewicht einem kräftigen heißen Luftstrome von etwa 110° C.Temperatur einige Stunden lang ausgesetzt werden kann. Die Seide liegt ans einer Art Garn-wage, die das Gewicht nach Graden angiebt, so daß der Gewichtsverlust, also das Fortschrei-ten der Austrockming in jedem Momente erkannt werden kann. Sobald die Wage eine längereZeit hindurch stationär geworden, wird die Austrocknnng als vollendet angesehen. Die Wagegicbt für weniger als des aufgelegten Gewichts einen merklichen Ausschlag. Da die ge-nauesten Wagen noch für sMMZg des aufgelegten Gewichts einen merklichen Ausschlag geben, soist eine Wage mit der angegebenen Genauigkeit nicht schwer herzustellen. Auch scheint es kei-nem Zweifel unterworfen und die Versuche haben es vollkommen bestätigt, daß eine etwa 3 stün-dige Austrocknung in einem kräftigen Luftstrome von 105 bis 110° C. Temperatur wenn auchnicht die Seide absolut aller Feuchtigkeit beraubt, doch zu allen Zeiten denselben Grad derTrockne herbeiführen muß. Denn bei dieser Temperatur kann die Spannung der Dämpfe inder Luft 1,115 Atm. betragen. Ob nun die atmosphärische Luft, welche dem Apparate zu-geleitet wird, Wasserdämpse von 0,006 oder von 0,021 Atm. Spannung enthält, also die Luft