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[Hauptbd.] (1840)
Entstehung
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der innen: nnd äußern Luft ab, so daß derselbe zu verschiedenen Zeiten sehr verschieden seinmuß. Dieser Wechsel aber wirkt sehr wesentlich ans die Austrocknnng ein, so daß dieselbe vonallen Veränderungen betroffen wird, denen jener Wechsel unterworfen ist. Nach diesen Erör-terungen ist es leicht einzusehen, daß das bisher beim Conditionircn der Seide befolgte Verfah-ren zu sehr verschiedenen Resultaten führen muß. Die Abweichungen müssen natürlich um sobedeutender sein, je größere Wechsel von Wärme und Kälte, nnd von Trockenheit und Feuchtig-keit in der Atmosphäre an einen: Orte vorkommen, also in Europa, je nördlicher der Ort ge-legen ist. In Turin und Mailand mag das Verfahre:: ziemlich befriedigen, in Lyon muß esschon zu gegründeten Klagen Veranlassung geben nnd in unser::: kälter:: und veränderlicher::Klima wird dasselbe noch weit weniger befriedigen können. Ob in Turin gegen die öffentlicheConditio:: Reclamationen vorgekommen sind, weiß ich nicht. Den: Direktor konnte aber keines-weges das oft räthselhafte Verhalten der Seide in: Depotzimmcr entgehen. Nach seinen Erfah-rungen mußte oft die sehr sorgfältig getrocknete Seide zu»: zweiten Male getrocknet werden,weil sie im Depot-Zimmer noch an Gewicht verlor, während zu andern Zeiten weniger scharf getrock-nete Seide im Depot-Zimmer an Gewicht wieder zunahm. In Lyon hat man seit längerer Zeit dieUnVollkommenheit des Verfahrens eingesehen und sie zu heben gesucht. In einer Rede, die Lau-rent Dngas, Präsident der Handelskammer, am 31. Mai 1833 vor einer Kommission hielt,die niedergesetzt war, das Verfahren der Conditionirnng und Vorschläge zu seiner Umgestaltungzu prüfen, sagt derselbe:Es ist keiner unter Ihnen, der nicht entweder durch eigene Erfahrung,oder durch die offtmliche Stimme vollkommen von den Vorwürfen unterrichtet wäre, die man deinAustrocknungsvcrfahren in der öffentlichen Seiden-Conditio:: dieser Stadt macht. Die Klagen,zu welchen dieser Zustand der Dinge Veranlassung gab und noch giebt, haben seit langer Zeitdie Aufmerksamkeit der Handelskammer auf sich gezogen, und sie hat, da sie mit der speciellenBeaufsichtigung der Seiden-Condition beauftragt ist, um so mehr Beharrlichkeit in ihrem Bestre-ben zeigen müssen, eine so lebhaft gewünschte Verbesserung herbeizuführen, als sie sehr vieleHindernisse zu überwinden vor sich sah." In einem später:: Vortrage nennt er das alte Ver-fahrenfehlerhaft nnd fruchtbar an Jrrthümern."

In diesem Gefühl des dringenden Bedürfnisses einer Verbesserung der Seiden-Eonditionirunghatte die Handelskammer die folgende Aufforderung bekannt gemacht:Es soll ein Apparataufgestellt werden, welcher die Unterschiede beseitigt, die in den Resultaten der Austrocknnngdurch die jetzt angewandten Mittel entweder zu Zeiten der großen Temperatur-Wechsel, oderbei der Einwirkung eines mehr oder weniger feuchten Seidenballcns auf einen andern mehr oderweniger trocknen Seidenballen, oder bei irgend einer andern zufälligen Wirkung sich bemerklichinachen, und welcher Apparat bewirken muß, daß alle Partien Seide, welche künftig der Co:r-ditionirung unterworfen werden, eine gleichmäßige Austrocknnng erleiden, welches auch ihr Um-fang oder ihr Fcuchtigkeitszustand bei der Einlieferung sein möge." Schon seit dem Jahre 1824wurden in: Austrage der Handelskammer Versuche angestellt, das Conditions-Verfahren zu ver-vollkommnen. Der Direktor der Conditio::, Felissent, wurde im Jahre 1828 besonders be-auftragt, solche Versuche fortzusetzen. Derselbe erklärte aber erst im April 1831 der Handels-kammer, daß er jetzt im Stande sei, eine abgeschlossene Arbeit vorzulegen. Um diese Zeit kün-