Pierre nicht verfolgen mochte, ich habe es nicht crlcmgcnkönnen. Ich bin daher zu dem erniedrigenden Geständnis;meiner Schwäche genothigt. Ich habe in diesem Landenoch nicht zu dem Mittel meiner Zuflucht gegriffen, dessensich der franzosische Hof bediente, um die Parlamente desKönigreichs zu nbthigcn, seinen Befehlen zu willfahren: ichehre die Verträge, auf welche dieses Volk seine Freiheitund Gerechtsame gründet, und halte mich in den Grenzender Macht, welche sie selbst, als sie sich an mein Haus Hin-gaben, vorgeschrieben haben.
Aber das giebt mir Stoff zu philosophischem Betrach-tungen. Bemerken Sic gefälligst, wie die Idee, die andas Wort Freiheit gebunden ist, sehr bestimmt ist in derPolitik, und wie die Metaphusikcr sie verwirrt haben; esgiebt also nvthwcndig eine Freiheit- Denn wie könnte maneine klare Idee von einer Sache haben, welche nicht existirt?Nun verstehe ich unter diesem Worte die Macht, eine sol-che Handlung nach Belieben zu thun oder nicht zu thun;es ist also gewiß, daß die Freiheit existirt, zwar nicht ohneVermischung mit angcborncn Leidenschaften, nicht rein,aber doch bei einigen Gelegenheiten ohne Einschränkung undohne Zwang handelnd. Es giebt also ohne Zweifel einenUnterschied zwischen der Macht, einen sogenannten Staats-rath ernennen zu können, und es nicht zu können; wer eskann, der hat diese Freiheit; wer ihn nicht schaffen kann,der genießt diese Macht nicht. Das allein reicht hin, deuchtmir, um zu beweisen, daß die Freiheit cristirt, und daßwir folglich keine Automaten sind, die von der Hand einesblinden Schicksals bewegt werden. Ebd. S- 148-
Sie spötteln über mich, mein guter Voltärc. Ich binweder ei» Held noch der Occan, aber ein Mensch, der alleStreitigkeiten vermeidet, welche die Gesellschaft entzweienkönnen. Vergleichen Sic mich lieber einem Mcdicincr, derdie Arznei mit dem Temperamente des Kranken proportio-nirt; man braucht gelinde Mittel für die Fanatiker, ge-waltsame machen ihnen Verzückungen. So behandle ichdie Prädicanten von Genf, welche in ihrer Heftigkeit mehrden Reformatoren des IS. Jahrhunderts gleichen, als un-serer jetzigen Generation. Ebd. S. 131.
Solon hatte Recht; man kann über das Verdienst ei-nes Mannes erst nach seinem Tode urthcilcn. Statt miröfters einen unleserlichen Kram von Auszügen aus schleich-