^.eberschwemmungen, welche Gegenden verheeren,der Blitz, der Städte einäschert, das Gift der Pest,welches Provinzen verödet, sind nicht so verderblich fürdie Welt, eils die gefährliche Moral und die zügel-losen Leidenschaften der Konige: die Plagen des Him-mels dauern nur eine Zeitlang, sie verheeren nur ei-nige Gegenden, und der Schaden, den ste anrichten,läßt sich, ob er gleich schmerzlich ist, doch wieder gutmachen; aber die Verbrechen der Könige drücken langeZeit ganze Völker. — Wie die Könige die Macht ha-ben, Gutes zu thun, sobald sie nur wollen, so hängtes von ihnen auch ab, Böses auszuführen, wenn siesich dazu entschließen; und wie beklagenswerth ist nichtdie Lage der Völker, wenn sie von dem Mißbrauchder obersten Gewalt Alles zu fürchten haben, wennihre Güter der Habsucht des Fürsten, ihre Freiheit sei-ner Laune, ihre Nuhe seinem Ehrgeiz, ihre Sicherheitseiner Treulosigkeit und ihr Leben seinen GrausamkeitenPreis gegeben sind.
Oeuvres de k'rederio II., Uni de ?russe, pu-Iilides du vivunt de I'auteur. Herl. 1739.
II. I'rek. VIII.