Druckschrift 
Friedrichs des Grossen Gedanken über Staat, Kirche, Fürsten und Volk
Entstehung
Seite
120
Einzelbild herunterladen
 

— 120 —

Kästners schreiben laßt, wo man inir Ideen unterlegt,die ich nie gehabt habe. Ich bin Ihnen dafür verbind-lich, den Compilator dieser Dummheiten, der ste aufmeine Rechnung hat setzen wollen, Lügen gestraft zuhaben. Was mich betrifft, so könnte ich verlangen, daßdie Regierung gegen den Urheber dieser VerleumdungNachsuchungen anstellte; aber ich liebe die Rache nicht,und diese Art von Athleten ist es nicht, mit denen mires ziemt zu streiten. Ich lese die Betrachtungen desKaisers Marc-Antonin, der mich lehrt, ich sey in derWelt da, lim denen zu verzeihen, welche mich belei-digen, und nicht um die Macht zu gebrauchen, um sieniederzudrücken. —

Ebd. S. 235.

Aller Wahrscheinlichkeit nach wird Madame Gcof-frin dieser Krankheit nicht entgehen; aber welch einUebcrmaaß von Fanatismus, der seine Strenge an ei-ner sterbenden Frau ausübt, der sie verhindert, ihreFreunde zu sehen und zu sterben, wie ste will? Ick)kann mich von meiner Bestürzung nicht erholen. Za,Frankreich hat Philosophen; abcrich behaupte, dcrgroßeHaufen der Nation ist weit abergläubischer, als jedesandre Volk von Europa. Diese Rohheit zeigt sich indem Prozeß von Ealas, von Syrven, von la Barre,was zu Toulon hinsichtlich Argens vorgegangen ist, imGeschrei des Publikums über Necker; kurz, hundertEpempcl zeigen, daß der verderbliche Sauerteig desFanatismus noch in Frankreich wirkt, und baß es das-