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Friedrichs des Grossen Gedanken über Staat, Kirche, Fürsten und Volk
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Die Materie von der Freiheit ist nicht wenigerdunkel, als die von der Existenz Gottes; hier nur ei-nige Reflexionen, welche erwogen zu werden verdienen.Woher kommt's denn, daß alle Menschen ein Freiheits-gefühl in sich haben, woher kommt's, daß sie sie lie-ben? Könnten sie dieses Gefühl und diese Liebe haben,wenn es keine Freiheit gäbe? Aber weil man mit denWorten, deren man sich bedient, einen klaren Sinnverbinden muß, so desinire ich die Freiheit als diejenigeThatigkeit unsers Willens, welche uns zwischen ver-schiedenen Themenwahlen laßt, und welche unsere Wahlentscheidet. Wenn ich also bisweilen diese Thatigkeitübe, so ist das ein Zeichen, daß ich diese Macht be-sitze. Ein Mensch entschließt sich ohne Zweifel nach Grün-den; er würde thöricht seyn, wenn er anders handelte;der Gedanke an seine Erhaltung und an sein Wohlbe-finden ist eine der machtigsten Triebfedern, welche ihnauf die Seite sich wenden lassen, wo er seine Vortheilezu finden glaubt; jedoch giebt es edel geborne Seelen,welche Ehrbarkeit dem Nutzen vorzuziehen wissen, welcheihre Güter und ihr Leben willig für's Vaterland opfern,und diese Wahl, welche sie vornehmen, ist der größteAct der Freiheit, den sie üben können. Sie antworten,daß alle diese Entschlüsse eine Folge von unserer Orga-nisation und von den äußern Umständen sind, welcheauf unsere Sinne wirken; aber ohne Organe würdenwir eben so wenig denken, als ein Klavier ohne SaitenTöne von sich geben könnte. Ich stimme darin mit ein,daß alle unsere Erkenntnisse uns durch die Sinne kom-