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Friedrichs des Grossen Gedanken über Staat, Kirche, Fürsten und Volk
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beweist das nichts, außer daß die christliche Religiondas Schicksal aller menschlichen Sachen gehabt hat,welche durch Mißbrauche verdorben werden- Wenn manalso gegen diese Religion schreien will, so muß man dieZeiten angeben und die Mißbrauche von deren Stif-tung unterscheiden. Aber die Dogmen mögen seyn,welche sie wollen, das Volk ist durch Gewohnheit dar-an gebunden; eben so ist's mit einigen äußern Gebrau-chen; wer sie mit Erbitterung angreift, empört das-selbe. Was ist also zu thun? Man muß die Moralerhalten und selbst das daran verbessern, was nöthigist, Manner im Amte, welche auf die RegierungenEinfluß haben, aufklären, den Aberglauben so lächerlichals möglich zu machen suchen, die Dogmen ausspotten,die Scheinheiligkeit unterdrücken, um die Geister zueiner allgemeinen Toleranz zu führen: was liegt dannnoch daran, an welchem Cultus das Volk hängt?

Nachdem ich Ihnen dasjenige von Gott gesagthabe, was ich von ihm weiß, will ich Sie einen Au-genblick über eins seiner Ebenbilder auf Erden, überdiesen Ludwig XIV. unterhalten, der während seinesLebens zu sehr gelobt und nach seinem Tode zu hart ge-tadelt worden ist. Sie klagen diesen Fürsten an, weiler zuerst das Beispiel von diesen zahlreichen Heeren ge-geben habe, welche man in unseren Tagen hält. Er-innern Sie sich denn nicht, daß lange Zeit vor ihm dieRömer diese Gewohnheit eingeführt haben ? Setzen Siesich an die Stelle dieses Fürsten. Er sah voraus, daßdie Eifersucht seiner Nachbarn ihm Kriege erregen werde,