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Friedrichs des Grossen Gedanken über Staat, Kirche, Fürsten und Volk
Entstehung
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ahnen, dem Menschen nicht gegeben, sie zu erkennenund zu beschreiben. Ich bin wie Columbus, welcherdas Daseyn einer neuen Welt vecmuthete, aber An-deren den Ruhm ließ, sie zu entdecken. — Nacheinem so aufrichtigen Geständnisse werden Sie nicht sa-gen, daß jugendliche Vorurtheile mich bewogen haben,die Vertheidigung der christlichen Religion gegen denfanatischen Philosophen, welcher sie mit so viel Erbit-terung zerfleischt, zu übernehmen. Dulden Sie, daßich Ihnen sage, unsere jetzigen Religionen gleichen ebenso wenig der Religion von Christus, als der der Iro-kesen. Jesus war Jude, und wir verbrennen die Ju-den ; Jesus predigte Geduld, und wir verfolgen; Je-sus predigte eine gute Moral, und wir üben sie nicht.Jesus hat keine Dogmen aufgestellt, und die Conci-lien haben dafür gesorgt. Endlich ist ein Christ aus demdritten Jahrhundert einem aus dem ersten nicht mehrähnlich. Jesus war eigentlich ein Essäer; er hatte dieestnische Moral, welche sich der des Zeno sehr nähert.Seine Religion war ein reiner Deismus, und Siewissen, wie man ihn mit Zusätzen ausgeschmückt hat.Ist dein so, und ich vertheidige die Moral des Chri-stus, so vertheidige ich die aller Philosophen, und ichopfre Ihnen alle Dogmen, welche nicht von ihm sind.Priester haben, nachdem sie bemerkt hatten, welcheMacht ihr idealer Credit ihnen über den Geistder Vol-ker gab, die Religion zum Werkzeug für ihren Ehrgeizgebraucht; aber wenn ihre Politik eine Sache entstellthat, welche in ihrer Entstehung nicht schlecht war, so