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zu wünschen, daß bei jedem Geschäfte sichs nur umWahrheit handelte; aber wie viel giebt es Menschen,welche sie zu hören fähig sind? Ein unglückliches Vor-urtheil, eine verderbliche Idee von Unfehlbarkeit, einetraurige Gewohnheit, vor ihnen sich Alles beugen zusehen, entfernt sie davon; sie würden nur das Echoihrer Gedanken ertragen können, und gehen in ihrerTyrannei so weit, daß sie eben so despotisch über Ge-danken und Meinungen regieren wollen, als die Rus-sen einen niedrigen Haufen Sklaven regieren können.
" Nur die Tugend ist würdig, die Wahrheit zu hören;denn die Welt liebt den Jrrthum, und will man sichtäuschen, so muß man sich seinem bösen Geschick über-lassen; nach meinem Dafürhalten ist es die schmei-chelhafteste Ehre, welche man Jemandem bezeigenkann, wenn man ihm ohne Furcht die Tiefe seinerGedanken entdeckt.
Ebd. S. 3S3.
Die Mehrzahl der Fürsten hat eine besondre Lei-denschaft für ihre Stammbaume; es ist eine Art Ei-genliebe, welche bis auf die entferntesten Ahnen zu-rückgeht, und welche sie nicht nur für den Ruf ihrerWorältern in grader Linie, sondern auch ihrer Seiten-verwandten interessirt; wenn man ihnen zu sagenwagte, daß unter ihren Borfahren es Leute gab, diewenig tugendhaft waren, und deshalb sehr verächtlichsind, so würde man ihnen eine Beleidigung zufügen,