welche sie nie verzeihen wurden, und Wehe dem pro-fanen Schriftsteller, der die Verwegenheit hatte, indas Heiligthum ihrer Geschichte einzudringen und dieSchande ihres Hauses aufzudecken. Wenn diese Sorg-samkeit darauf gerichtet wäre, das Anselm ihrer Vor-altern mütterlicher Seits zu erhalten, so würde mannoch gültige Gründe eines so hohen Eifers finden kön-nen : aber behaupten, daß fünfzig, sechszig Voralternalle die bravsten Leute von der Welt gewesen waren,das heißt die Tugend in eine einzige Familie einschließenund dem Mcnschengeschlechte eine große Beleidigunganthun. Ich hatte eines Tags die Unvorsichtigkeit,in Gegenwart einer Person zu sagen, daß ein gewisserHerr eine That begangen habe, die eines Cavalicrsunwürdig sey: zu meinem Unglück fand sichs, daßderjenige, von dem ich so frei gesprochen hatte, derVetterssohn des Andern war, welcher sich dabei sehrbeleidigt fand. Ich fragte nach der Ursach, man be-lehrte mich, und ich war genöthigt, ein großes genea-logisches Feld zu durchlaufen, um einzusehen, worinmeine Beleidigung bestand. Es blieb mir keine an-dere Hülfe übrig, als dem Zorne dessen, den ich be-leidigt hatte, alle diejenigen meiner Verwandten zuopfern, welche es nicht zu seyn verdienten. Mantadelte mich sehr deshalb; aber ich rechtfertigte michdadurch, daß ich sagte, jeder brave Mann sey mein
Verwandter und einen andern erkenne ich nicht an.
Ebd. S- 338.