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Friedrichs des Grossen Gedanken über Staat, Kirche, Fürsten und Volk
Entstehung
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Wenn es in der Welt nur eine Religion gelbe,so wurde ihre Anmaßung und ihr Despotismus keineGrenzen kennen; die Geistlichen würden eben so vieleTyrannen seyn, welche ihre Strenge gegen das Volkwendend, nur für ihre eignen Verbrechen Nachsichthaben würden; der Glaube, der Ehrgeiz und die Po-litik würden ihnen die ganze Welt unterwerfen. Daes aber jetzt deren mehrere giebt, so kann keine vonihnen, ohne es zu bereuen, die Bahn der Mäßigungverlassen. Das Beispiel der Reformation ist für denPapst ein Zügel, der ihn hindert, sich seinem Ehr-geize hinzugeben, und mit Recht den Abfall seinerGlieder fürchten läßt, wenn er seine Macht mißbraucht;daher ist er sparsam mit seinen E.rcommunicationengeworden, seitdem ein solches Verfahren ihm Hein-rich Vlll. und das Königreich England entriß. Diekatholische und protestantische Geistlichkeit, welche sichmit einer, den Kritikern eigenen, Stimmung beob-achten, ist auf beiden Seiten genöthigt, wenigstensden äußeren Anstand zu beobachten; so bleibt dasGanze im Gleichgewicht. Wohl ihnen, wenn Par-theigeist, Fanatismus und eine übermäßige Verblen-dung sie nie in Kriege stürzt, deren Erbtheil die Wuthist, und welche Christen nie mit einander führen soll-ten. Wenn man die Religion bloß von der Seite derPolitik betrachtet, so scheint die protestantische für dieRepubliken ^und Monarchien geeigneter zu seyn. Siepaßt mehr zu dem freien Geiste, welcher das Wesen

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