__ 46 —
dern benachbarten Ländern eingetretenen Zollerhebungen habt»nun der Stadt Mannheim und einigen andern Orten der dor-tigen Gegend einen Handelszweig größtenthcils entzogen, denihnen der Verein ohne Zweifel wieder zuwenden würde. Gegendie Einfuhr anderer Naturproducte genoß der badiscbe Land-wirth keinen, oder einen nur ganz maßigen Schutz; sollte dieGetreide-Einfuhr wachsen, so wird sie unfern Ackerbaunicht drücken, sondern mittelbar den Anbau und die Ausfuhrunserer Handelsgewachse, der Eichorien, des Krapps, des Ta-baks, der Oelsamen', des Hanfs :c, befördern.
4) Unsere bisherigen Einfuhrzölle von Fabr ika tenwaren so maßig, daß sie der inländischen Industrie kei-nen Schutz gewahrten. Diese wird gegen den Gewinn einesgroßen Marktes, dem Vereine gegenüber daher kein namhaftesOpfer bringen, und in dem Schutze gegen Außen sich einesneuen Vortheils erfreuen.
Nach unfern Grundsätzen müssen wir zwar gerade dieHöhe der Zölle von fast allen Erzeugnissen des fremden Kunst-fleißcs im Allgemeinen als einen Nachtheil betrachten, in sofernsie uns nicht den Weg zu erleichternden Handelsverträgen bah-nen. Allein da, wie wir dargethan zu haben glauben, der Um-fang des innern Marktes und der blühende Zustand der In-dustrie in einzelnen Gebieten desselben die Eonsumenten gegendrückende Preise sichern, und durch die Vereinigung dem Ver-kehre des Landes weit mehr freie Verbindungen gewonnen, alsbisherige erschwert werden; so kann in dem hohen Tarife jeden-falls , wenn man auch die Wahrscheinlichkeit, zu günstigen Ver-trägen mit andern Staaten zu gelangen, nicht hoch anschlägt,kein Hinderniß des Beitritts liegen. Die Frage über die Höheder Zölle bleibt in dieser Lage mehr eine Sache der Meinungüber die Zweckmäßigkeit der Systeme im Allgemeinen, als desbesondern Interesses unseres Landes. Und das Gleiche gilt in