Druckschrift 
Denkschrift für den Beitritt Badens zu dem ... Zollverein
Entstehung
Seite
18
Einzelbild herunterladen
 

18

vierzig. Man hatte daher die Wahl -wischen einem, in Ver-gleichung mit den Einnahmen ganz unverhältnißmäßigcn Kosten-aufwand, den der bayerische Lrganisationsplan erforderte, oderder Unterdrückung einer bedeutenden Zahl bestehender Etablisse-ments , welche um so schmerzlicher in einem Augenblicke empfun-den werden mußte, da man von dcm Vereine eine größereFreiheit und nicht neue Beschrankungen des Handels-Ver-kehrs und die Erschaffung lästiger Monopole erwartet hatte.

Ferner war zu berücksichtigen, daß die Gewerbe und dieEonsumenten seit einer Reihe von Iahren in Bayern an höhereZollabgaben gewöhnt waren , daß crstere in der Herabsetzung derZölle eine Verminderung des Schutzes beklagt, und letztere sichdadurch nicht bedeutend erleichtert gefühlt haben würden. Dagegenwaren hohe Zölle im Großherzogthum eine ungewohnte Last, undwahrend in Bayern die Regierung ausschweifende Anträge aufZollerhöhung zu bekämpfen hatte, war bei uns der allgemeineWunsch auf Ermäßigung der Zölle gerichtet.

Die nachbarlichen Verhältnisse sind vorzüglich darin ver-schieden , daß Baden auf circa 50 Stunden an cin Land gränzt,das kein Mauthsysiem kennt, und nur ganz unbedeutende Zölleerhebt. Dieser Umstand hätte einen großen Theil der Bewoh-ner des Großherzogthums dcm verderblichen Einfluß des Schleich-handels in Gefolge der Annahme höherer Zölle ausgesetzt.

Durste man von der Annahme eines hohen Tarifs vor-theilhäste Handelsverträge erwarten, so hätte dieser Gewinn aller-dings in die Magschale gelegt werden müssen. Allein der Schweizgegenüber bedurfte es dieses Mittels nicht, und im Verhältnis zuandern Staaten wäre die Wirkung desselben gelähmt worden,wenn man die Unterhaltung des freien Verkehrs mit der Schwei;erhalten wollte.

Bei dieser Ausnahme aber und da man von der Eidge-