Ware auf die von der großhcrzoglich badischen Regierungvorgeschlagenen Grundlagen ein Verein zu Stande gekommen,so hatte das Großherzogthum, ohne fühlbare Benachtheiligungseiner gewohnten Verbindungen mit andern Ländern, die Wohl-that des freien Verkehrs mit Vcreinsländern gewonnen. DiesemVorthcile, den sämmtliche Staaten sich gegenseitig zugestunden,würde Baden indessen bei der Annahme der Volksmenge, alsMaßstab zur Vertheilung der reinen Zolleinkünfte, kein unbe-trächtliches Opfer gebracht haben.
Zwei Umstände vorzüglich sind es, welche dem auswärtigenVerkehr von Baden, in Vergleichung mit den ostwärts gelegenengrößeren Staaten, die dem Vereine angehören sollten, eine grö-ßere Lebhaftigkeit geben, nämlich die in dieser Beziehung gün-stigere geographische Lage des Großherzvgthums, und die Ver-schiedenheit der Produktionsverhältnisse. Dort stehen die verschie,denen Zweige der Production mit den Bedürfnissen der (Konsum-tion in keinem so stark abweichenden Verhältnisse als in Ba-den , dessen Manusactur-Industrie im Verhältnis zur Ackerbau-produclion einen weit geringem Umfang hat. Die natürlicheFolge dieser im Allgemeinen bekannten Thatsache ist eine ver-gleichungsweise stärkere Ausfuhr an Naturproducten mannigfal-tiger Art und eine stärkere Einfuhr von Erzeugnissen des Ge-werbfleißes.
Zur Zeit der Darmstädter Verhandlungen berechnete manz. B. den (Uberschuß der Einfuhr über die Ausfuhr an Baum-wolle und Wollenfabrikaten in Baden auf kl,417 bad. Eentr.,in Bayern und Würtemberg zusammen nur auf 7770 Centr.Aehnliche Resultate gaben Vergleichungen der Einfuhr von Leder,Leinwand u. f. f. Während in Baden die Einfuhr an Leinwanddie Ausfuhr übersteigt, überstieg dw Ausfuhr der Leinwand undLeinwandfabrikaten die Einfuhr in Bayern um ungefähr ?3,000bad. Ctr., in Würtemberg um ohngefahr 10,000 bad. Ctr. Nur